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Ben Affleck kommt aus dem Gefängnis frei und gibt sich als sein Zellenkumpan aus, um dessen Brief-Freundin Charlize Theron zuverführen. Doch nachdem er sich in diese verliebt hat, wird er von ihrem kriminellen Bruder dazu gezwungen, am Überfall auf ein Casino teilzunehmen.
Die Story ist alles in allem stereotyp, auch wenn sie gegen Ende nicht so leicht vorherszusehen ist. Die Charaktere haben überhaupt keine Tiefe, was aber bei einem Action-Thriller aber nicht weiter stören sollte. Das Hauptproblem ist, dass man am Ende versucht, möglichst viele Wendungen einzubauen, doch leider wird der Film dadurch nur unwahrscheinlicher und überkonstruierter.
Der Film beginnt mit einer Messerstecherei im Gefängnis und verspricht erst mal gute Unterhaltung. Doch wenn Affleck dann erst einmal aus dem Gefängnis freikommt, geht der Film etwas langsamer weiter und kann erst im Mittelteil einen soliden Unterhaltungswert aufbauen. Doch in dem Moment, in dem der Film dann spannend wird und endlich zu zünden scheint, wird dem Film durch das überkonstruierte Ende und diverse überflüssige Wendungen der Wind aus den Segeln genommen. Alles in allem ist er größtenteils unterhaltsam.
Die Filmmusik ist einigermaßen solide und die Kulisse kann sich sehen lassen. Das Problem ist, dass der Film durch seinen schnellen Schnitt keine bedrohliche Atmosphäre aufbauen kann, höchstens eine stellenweise gespannte Atmosphäre. Auch dies trägt dazu bei, dass der Film nie wirklich spannend wird.
Die Action-Sequenzen sind solide und gestalten den Film ein wenig unterhaltsamer, aber Regisseur Frankheimer lässt sich auch hier nichts wirklich Gutes und vor allem nichts Individuelles  einfallen und setzt lediglich auf einfallslose Explosionen.
Ben Affleck, der sowieso als schlechter Darsteller bekannt ist, zeigt hier mal wieder, was er alles nicht kann, nämlich schauspielen. Einmal mehr ist er in einem schwachen Film mit einer schlechten Leistung zu sehen und das obwohl die Rolle eigentlich sehr gut zu ihm passt. Gary Sinise ist wesentlich besser und spielt Affleck an die Wand. Nach "Apollo 13", "Forrest Gump" und "The Stand", in denen er eigentlich immer überaus liebenswerte Charaktere spielen durfte, ist er in der Rolle des brutalen und rücksichtslosen Kriminellen ungewohnt, aber überraschend gut. Oscar-Preisträgerin Charlize Theron spielt die manipulative und überaus verführerische Gangster-Braut solide. Die Rolle passt gut zu ihr und ist mit vielen anderen ihrer Rollen vergleichbar. Die übrigen Nebendarsteller sind ebenfalls ordentlich.
Von Regisseur John Frankenheimer, der immerhin schon seit 1959 Regie führt, hätte man wirklich mehr erwartet. Ein erfahrender Regisseur hätte die Atmosphäre über Spannungsmusik und einen langsameren Schnitt retten sollen. Nach dem starken "Ronin" hätte man mehr von ihm erwartet.
Empfehlen kann man den Film schon, da er solide Unterhaltung für zwischendurch liefert. Wer allerdings auf geniale Wendungen oder spektakuläre Action-Szenen aus ist, wird enttäuscht werden. Der Film ist schnell gesehen und schnell wieder vergessen.
Zusammenfassend ist "Wild Christmas" ein, nach einer stereotypen Story gestrickter Thriller, mit durchschnittlichem Unterhaltungswert, einem überkonstruierten Ende und,  bis auf den schwachen Affleck, ordentlichen Darstellern.

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