Review

Wie man einen echt saublöden ...ja, was denn eigentlich...Krimi...Actionreißer...verhaut.
Genau, eine Definition ist nicht nötig, denn das Ergebnis ist über alle Zweifel mißlungen.

Das Gefühl, daß den Zuschauer bei "Wild Christmas/Reindeer Games" beschleicht, ist diese nervöse Unruhe; eine Ungeduld, die daraus gespeist wird, daß man endlich das Ende dieses Schauerdramas sehen möchte, aber nicht weil es interessiert, sondern weil es vorbei sein soll.
Bedeutet zugleich, daß sich das Geschehen des Films bis ins Unendliche zieht, denn drehbuchgemäß müssen alle solange auf der Stelle treten, bis die meisten von ihnen dann endlich tot sind und die Seele Ruh hat.

Mal wieder perfekt dran vorbeicastet versucht sich Ben Affleck als knastentlassener Autoknacker in der Sympathenrolle, aber schön spröde und mit dem leichten Flair des harten Jungen, was er nun mal wieder gar nicht kann. Leider nimmt er die Identität eines getöteten Zellengenossen an, als er die Möglichkeit bekommt, mit der weiblichen Brieffreundschaft seines Kumpanen in die Kiste zu steigen. Was ein Wunder, wenn die Charlize Theron heißt. Deren Bruder, ein durchgeknallter Psychopath (Gary Sinise fehlt jeglicher Feinschliff, weswegen seine Bedrohlichkeit auf die Dauer jedoch ins Nichts ausufert) jedoch hat Finsteres vor und die Tarnexistenz wird zur Fall, weil der Tote Kenntnis von einem schwach bewachten Kasino hatte.

Was dann folgt ist eine 90minüte Tortur aus Fluchtversuchen, Wiedereinfangen, Zusammenschlagen, Weigerungen, Drohungen und nur äußerst mühsamen Fortschritten in der Geschichte. Die Story muß mit der Brechstange vorangetrieben werden und enthält in punkto Verhalten der Personen ein paar Löcher in Kreuzfahrtschiffgröße. Als es langsam albern wird, entpuppen sich natürlich diverse Beteiligte als doppelbödige Finsterlinge, die alle nur selbst abkassieren wollen. Der Raub wird zum Teilfiasko, am Ende kämpft jeder gegen jeden und die jeweils nächste Überraschung hält die Leute nur unzureichend vom ärgerlichen Schnauben ab. Bestimmt ein halbes Dutzend mal hätte ein halbwegs vernünftiger Bösewicht sich einen Querschiesser wie Affleck schon per Kugel aus dem Weg geräumt, aber irgendwie bringt ihn eine blöde Erklärung wieder ins Spiel.

Schwach konzipiert, mäßig gespielt und mit Unwahrscheinlichkeiten nur so gepflastert, ohne Spur von einer Identifikationsfigur, um die der Film trotzdem buhlt, ist er ein Fall für die Tonne. Wer Spaß haben will, kann ja mal zählen, wie oft im Film Theron hysterisch heulend "Nein!" schreit, wenn Affleck wieder was aufs Hirn bekommt. Gefühlte Anzahl: 8000! (3/10)

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