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Hier haben wir einen Action-Streifen nach alter Schule aus dem Hause John Frankenheimer (Ronin). Im Prinzip sind Actionfilme ja wie Pornofilme. Erst mal kriegt der Darsteller dämliche Dialoge und fade Charaktere, und nach zehn Minuten geht die Post ab. Doch nicht so bei "Reindeer Games" aka "Wild Christmas".

Kurz vor seiner Entlassung aus dem Knast kommt Nick Cassidy bei einem Häftlingsaufstand ums Leben. Sein Zellenkumpan Rudy (Ben Affleck) nutzt die Gelegenheit: Als "Nick" mogelt er sich nun in die Freiheit und verbringt gleich ein paar heiße Stunden mit dessen sexy Brieffreundin Ashley (Charlize Theron). Doch dann taucht Ashleys Bruder Gabriel (Gary Sinise) samt Gangster-Kumpels auf und zwingt "Nick" dazu, bei einem Raubüberfall auf ein Spielcasino mitzumachen. Rudy sitzt auf einmal gehörig in der Scheiße. Flucht kommt nicht in die Tüte, denn der sadistische Gabriel und dessen Gang hält ihn ziemlich an der Leine. Die einzige, auf die Rudy noch bauen kann, ist Ashley. Als sie den Tresor leer räumen, entpuppt sich die unschuldige Ashley jedoch als knallhartes Miststück...

Ben Affleck (Dogma), der in der Regel nur zwei Gesichts-Ausdrücke auf Lager hat, spielt hier überraschend gut. In diesem Film nimmt man ihm seinen Part wirklich ab, was z.B. bei "Paycheck" nicht der Fall war. Charlize Theron (Monster) gibt Anfangs noch das unschuldige Mädchen vom Lande, entpuppt sich aber im Laufe des Filmes zu einem skrupellosen Miststück aller erster Güte. Im Gegensatz zu Affleck, sieht man Theron an, dass sie Schauspielern kann. Gary Sinise (Mission to Mars) mimt den vermeintlichen Bösewicht und ist dabei herrlich fies drauf. In Nebenrollen sind dann noch Dennis Farina (Snatch), Donal Logue (Blade), Danny Trejo (Con Air) und Isaac Hayes (Die Klapperschlange) zu sehen.

Die Action ist hier noch aus der guten alten Schule der 80er Jahre und man verzichtet weitgehend auf Computereffekte. Die Shoot-Outs sind schön blutig geraten und können überzeugen. Die winterliche Atmosphäre erinnert zudem stark an "Stirb langsam 2" und "Tödliche Weihnachten". Die Story scheint Anfangs nach Schema 08/15 zu verlaufen, überrascht dann aber mit teilweise vorhersehbaren und unvorhersehbaren Wendungen. Hier zeigt Drehbuchautor Ehren Kruger (Scream 3, Arlington Road) erneut sein Können und erzeugt über die gesamte Story hinweg Spannung. Obwohl Charlize Theron keine Oberweite a'la Pamela Anderson hat, sorgt sie hier für eine gehörige Portion Erotik. Nacktszenen sind in Hollywood noch immer ein heißes Eisen, auch wenn dabei selten vollendet nackte Tatsachen geboten werden. In den puritanischen Staaten kriegt mancher Zeitgenosse schon Nasenbluten, wenn er eine Frau mit bauchfreiem Top sieht. Jedoch sind wir hier in Good Old Germany, wo solche Szenen nichts besonderes sind.

In Zeiten mit Computereffekten überladenen Filmen, wie "Matrix Reloaded" und "Van Helsing", sind Filme wie eben "Reindeer Games" eine richtige Wohltat und wecken Erinnerungen an die guten alten Action-Streifen der 80er Jahre. Mehr davon!!!

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