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Dominic Chianese ist einer der ganz großen TV-Charakter-Darsteller in Amerika, den aber hierzulande kaum einer kennt. Der Grund dafür liegt darin, dass sein Steckenpferd hier kaum die Behandlung erhalten hat, die ihm eigentlich gebührt. Dominic Chianese ist nämlich einer der ständigen Darsteller im Mafia-Kult "Die Sopranos". Seine Rolle des "Onkel Juniors" ist ein absolut wunderbar gezeichneter Charakter, der von Chianese in einer Klasse dargestellt wird, dass es nur so eine Freude ist. Klar, dass so ein Star auch ab und an einmal ein paar Ausflüge ins Filmgeschäft macht. In "Fashion Girl - Der Pate trägt... Prada" bleibt er dabei der Mafia-Figur treu und mimt einen alternden Paten, der seiner Enkelin die Rolle des Bosses übertragen will. Leider ist er aber auch das Einzige, was hier funktioniert.

Denn im Grunde ist "Crimes of Fashion" nichts anderes, als eine typische 08/15-Disney-Girlie-Komödie geworden, die vor Klischees nur so trieft und eigentlich absolut nichts Neues zu bieten hat. Wie in all diesen Filmen, so geht es auch hier um ein durchschnittliches Teenager-Girl, dass sich mit dem typischen Schul-Stress (in diesem Fall allerdings auf einer Modeschule) herumplagen muss und sich dabei gegen eine ziemlich miese Zicke zur Wehr setzen muss, die ihre Kontrahentin so stark disst, wie es nur möglich ist. Dazu gibt es dann natürlich noch einen Jungen, hinter den natürlich beide her sind und ein paar andere Girlies hier und da, die zwar durchaus nett anzusehen sind aber nicht wirklich viel in der Rübe haben. Und fertig haben wir die typische US-Girlie-Comedy, die Innovationsloser kaum sein kann.

Einzig und allein die Tatsache, dass die "Heldin" des Films hier zum Mafia-Boss wird, ist vielleicht etwas anders, als bei anderen Genre-Filmen. Doch wirklich was bringen, tut das Ganze auch nicht. Denn die Mafia wird hier derartig verharmlost und verweichlicht dargestellt, dass man als Fans von Serien wie "Die Sopranos" oder gar Filmklassikern wie "Der Pate" nur Bauchschmerzen davon kriegt. Nicht das man hier irgendwas Anspruchsvolles erwartet hätte, aber dass die Mafia wirklich so derartig billig verunglimpft werden kann, dass tut einem dann doch schon weh. Zumal das Ganze auch nie und nimmer als Satire durchgehen würde, selbst wenn es so gewollt wäre.

Dazu dann noch ein ganzer Haufen müder Gags und lahmer Szenen, die allesamt mal wieder überhaupt keinen Schmunzeln, geschweige denn sogar richtiges Lachen, verursachen können. Meist fühlt man sich von dem dämlichen Girlie-Gehabe nur, in fast schon grauenerregender Stärke, gelangweilt, als das man sich auch nur einmal wirklich auf die Schenkel klopfen könnte. Zudem bleibt der ganze "Spaß" dann auch noch auf einem so harmlosen und familienfreundlichen Niveau, dass man als Erwachsener einfach nur noch abschalten möchte.

Einziger Lichtpunkt ist dabei, wie schon erwähnt, Darsteller Dominic Chianese, der seinen Mafiapart wieder einwandfrei macht. Auch wenn seine Rolle hier weit harmloser und liebevoller ist, als die des kratzigen und griesgrämigen "Junior Soprano", der seiner Mitmenschen immer mit einem frechen Spruch auf den Lippen traktiert, so kann er doch vollends überzeugen und bringt seine Figur zu tiefst sympathisch, auf den Zuschauer, herüber. Ja, ich möchte sogar soweit gehen zu behaupten, dass man als sich diesen Film, als Soprano-Fan, allein schon wegen ihm einmal ansehen sollte, auch wenn man sein Umfeld dabei voll und ganz ignorieren muss. Denn er rettet diesen Streifen wirklich, wenn insgesamt auch leider nur geringfügig!

Was die restlichen Darsteller angeht, so wird größtenteils typisches Teenie-Mittelmaas geboten. Hauptdarstellerin Kaley Cuoco ist sicherlich nicht die Untalentierteste, hat aber dennoch ne ganze Menge zu lernen. Zwar agiert sie mitunter schon recht glaubwürdig, doch eine wirkliche Sympathie, kann man ihr und ihrer Figur dennoch nicht ganz rüberbringen. Dafür fehlt einfach noch das gewisse Etwas, dass aber sicher irgendwann noch kommen wird. Der restliche Cast ist dagegen nicht der Rede wert!

Fazit: Schlaffes 08/15-Girlie-Komödchen für zwischendurch, dass aufgrund des, trotz Mafia-Anleihen, innovationslosen Skript, müden Gags und einer Klischeeattacke nach der Anderen, wirklich nichts zu bieten hat, was man auch nur im entferntesten gesehen haben muss. Bis auf einen bravourösen Chianese, der seine Rolle mal wieder unglaublich sympathisch und mit einer sichtlichen Freude spielt und somit wenigstens seine Szenen anschaubar macht. Ansonsten aber ein lausiges Filmchen, an dem maximal 12-16 Mädchen ihren Spaß haben dürften. Allen Anderen wird das schnöde Getue schnell tierisch auf die Nerven gehen!

Wertung: 3/10 Punkte

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