Review

Die Bildgewalt tröstet über Drehbuchschwächen hinweg.

"Klappriges Herrenmenschentum, geritten auf der alten Mähre Kinski". - Dieses Zitat habe noch im Gedächtnis; H. Karasek schrieb das boshaft, in seinem Verriss der letzten Zusammenarbeit von Werner Herzog und Klaus Kinski.

Kinski, etwas in die Jahre gekommen, durfte in Cobra Verde den wilden Potenzprotz und raubtierhaften Herren über ein schwarzes Amazonenheer geben. Aber political correctness und profane Sachzwänge interessierten meinen deutschen Lieblingsregisseur glücklicherweise nur am Rande, als er diesen kraftvollen Film schuf.

Mag Kinskis Haar auch schon schütter geworden sein, eine Fehlbesetzung war er sicherlich nicht - und wie hätte Herzog anders können, als die schwierige, aber ungemein erfolgreiche Zusammenarbeit der beiden ein weiteres Mal fortzusetzen.

Cobra Verde steht hinter Nosferatu, Aguirre, Woyzeck und Fitzcarraldo im Schatten, besticht aber durch seine Abenteuerlichkeit, die mutige Inszenierung, die Schauplätze und eine gewisse Wildheit.
Cobra Verde ist vor allem reine Bildgewalt - und besticht weniger durchs Drehbuch.

Karasek konnte Kinski ganz offensichtlich schlicht nicht leiden, sonst hätte er vielleicht mehr von den vorhandenen Qualitäten des Filmes gesprochen.

Details
Ähnliche Filme