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Auf einem Dachboden wird ein 15-jähriges Mädel erhängt aufgefunden. Die Obduktion ergibt jedoch: es war Mord. Bei seinen Ermittlungen stößt Inspektor Silvestri (Claudio Cassinelli) auf einen Prostitutionsring, der minderjährige Schulmädchen auf den Strich schickt…

DER TOD TRÄGT SCHWARZES LEDER ist ein packender Italo-Polizeikrimi. Ein Poliziottesco, kein Giallo, dafür aber blutiger als so mancher. Eine Hand-ab-Szene ähnelt stark derer aus Argentos TENEBRE, der aber erst geschlagene zehn Jahre später erst das Licht der Welt erblickte. Eine andere Szene von einem Badezimmer voller Blut erinnert fast an Wiener Aktionismus bzw. die Blutspritz-Orgien von Hermann Nitsch.
Leder trägt hier nicht nur der Tod, sondern vor allem ein von den Drahtziehern des Prostitutionsrings engagierter Killer – ein Kerl mit Motorradhelm und Fleischerbeil. Eine ziemlich kultige Erscheinung, die jedem Slasherfilm-Mörder in seine Schranken verweist. Obwohl viel herum recherchiert wird, wird’s also dank einer Menge Kunstblut nie wirklich langweilig.
Claudio Cassinelli (bekannt aus WEISSE GÖTTIN DER KANNIBALEN und Fulcis MURDER ROCK) mimt den lässigen, sarkastischen, aber von den Geschehnissen getroffenen Ermittler Silvestri, der mit Trenchcoat und Hornbrille eine echt gute Figur abgibt. Viele hübsche Darstellerinnen (wie z.B. Giovanna Ralli) verfeinern den Plot. In einer Nebenrolle auch der damalige Mittvierziger Mario Adorf (DIE BLECHTROMMEL, ROSSINI).
Der „Plumplum“-Titelsong ist schräg, aber stimmig.

Blut: (+)(+)(+)(-)(-)
Thrill: (+)(+)(+)(-)(-)
Nudity: (+)(-)(-)(-)(-)

Fazit:
Einer der wichtigsten und blutigsten Vertreter des italienischen Polizeifilm-Genres.

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