Es gibt Gruselstoffe und es gibt alte Hüte. Und es gibt Hutschachteln, wo gewisse Filme vor sich hinmodern. Und aus so einem hat doch die ARD tatsächlich „Die vier Schädel des Jonathan Drake“ hervorgezaubert, einen todernst runtergespulten Voodoo-Mumpitz, der schon 1959 zu staubtrocken war, um noch einem Teenie mehr als ein Gähnen zu entreißen.
Kennzeichen dieses Ultrashorties ist seine ungebrochene Geriatrieanwärterschaft: hier wandern fast nur Rentner durchs Bild, die sich durch eine Familienrachegeschichte hieven.
Einziger Jugendpart geht ein junges Mädchen, das zusehen will, daß der titelgebende Mr.Drake nicht auch noch den Löffel bzw. den Schädel abgeben muß, wie seine Vorfahren vor ihm.
Verantwortlich für den Spuk ist ein finsterer Wissenschaftler, dessen ergrautes Haupt auf den Körper eines Medizinmannes vom Amazonas montiert wurde, damit dieser quer durch die Jahrhunderte Rache nehmen kann. Ihm zur Hand geht ein ebenso untoter (oder so ähnlich) Indio, der reichlich Sägemehl als Innereien hat und dem komische Bartzuppel aus dem Gesicht hängen.
Wuppig wird’s, wenn der Doc mal demonstriert, wie man aus so einem echten Schädel einen dekorativen Schrumpfkopf machen kann, indem man die Haut entfernt und ausformt, einkocht etc.
Auch die finale Wieder-Enthauptung per Holzmesser hört sich schön geschmacklos an, ansonsten machen die titelgebenden Schädel nur von sich reden, indem sie in der Familiengruft thronen oder Jonathan schön flach einkopiert im Fieberwahn drangsalieren.
Trotz allem: auch 73 Minuten können verdammt lang werden, ansonsten kommt dieser Streifen von der Machart und vom Thema mindestens 25 Jährchen zu spät. (3/10)