Review

kurz angerissen*

Um den unterhaltsamsten Beitrag der bis dato drei Teile umfassenden Universal-Produktionen zu gewährleisten, war es notwendig, sich noch weiter als ohnehin schon von Arthur Conan Doyles Vorlage zu entfernen. Sherlock Holmes sieht sich in „Die Verhängnisvolle Reise“ nicht mehr länger nur einer neuen zeitlichen Einordnung ausgesetzt, sondern obendrein noch amerikanisiert. Den Detektiv zieht es diesmal (per Stock Footage) nach Washington, nachdem in der Sherlock-freien Eröffnungsszene durchaus beachtlich Alfred Hitchcock kopiert und ein MacGuffin in Form einer Streichholzschachtel implementiert wurde, der nach dem Prinzip „Nadel im Heuhaufen“ eine rund 70-minütige Schnitzeljagd garantieren soll.

Wie sehr die klassische Konstellation für dieses Abenteuer aufgeweicht wurde, lässt sich insbesondere an der Beziehung Watson / Holmes ablesen, die praktisch nicht mehr vorhanden ist. Watson, ungerührt knuffelig gespielt von Nigel Bruce, wird zum US-Touristen degradiert und ist zu keinerlei Hilfestellung mehr imstande. Weiterhin aufgesetzt erscheinen die Propaganda-Elemente, insbesondere nach Lösen des Falls, als die Gebäude Washingtons zu Sinnbildern für Freiheit und Demokratie stilisiert werden. Kurios auch, dass George Zucco, der in der Fox-Phase der Reihe bereits einmal Moriarty gespielt hatte, in einer anderen Rolle zurückkehrt.

Fliegende Schauplatzwechsel, suspensereiche Begegnungen, teils humorvolle Dialoge und ein generell hohes Tempo lassen diesen Holmes trotz der offensichtlichen Mängel dennoch gegenüber den schwerfälligen, verkrampften Universal-Versuchen 1 und 2 triumphieren.

*weitere Informationen: siehe Profil

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