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Harrison Ford spielt den Archäologen Dr. Jones, der auf der ganzen Welt nach historischen Artefakten sucht. Nun soll er die Bundeslade finden, in der Mose einst die zehn Gebote transportierte. Dabei stehen ihm doch die Nazis im Weg, die ebenfalls an dem Objekt interessiert sind, da es dem Besitzer unendliche Macht verleiht.

"Jäger des verlorenen Schatzes" ist definitiv einer der besten Filme aller Zeiten und ist mit einem gelungenen Mix aus Action, zynischem Humor und diversen Schatzsuchen der vermutlich wichtigste Abenteuer-Film überhaupt. Nach mittlerweile 27 Jahren kann man sich den Film immer noch gut ansehen, da seitdem aber wesentlich Action-reichere Filme mit zunehmend besser werdenden Effekten zu sehen waren, ist das Werk nicht mehr so fesselnd, wie es mal war, zumal das Original schließlich von dem, meiner Meinung nach besseren dritten Teil "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug" überboten wurde. Dennoch ist die Inszenierung von George Lucas und Stephen Spielberg immer noch ein Highlight und absolut sehenswert. Die Kulissen sind von Spielberg sehr gut gewählt und wie bei jedem guten Abenteuer-Film gibt es ein paar sehenswerte Aufnahmen exotischer Orte. Die Filmmusik von John Williams ist absolut kultig und ein unverwechselbares Merkmal der Indiana-Jones-Filme. Die Atmosphäre ist über weite Strecken gespannt und düster, wobei Spielberg diese durch ein paar zynische und amüsante Gags von Zeit zu Zeit ein bisschen lockert. Hinzu kommt noch reichlich Action, die meist gut unterhalten kann, auch wenn die Effekte, die vor allem beim Finale mehr als reichlich verwendet werden höchstens noch einen nostalgischen Wert besitzen. Mit Action Spannung und Humor gelingt Spielberg also einmal mehr ein ordentlicher Blockbuster und neben "Der weiße Hai", "E.T" und "Jurassic Park" ist es einer seiner besten.

Während die Inszenierung von "Jäger des verlorenen Schatzes" also wirklich richtungweisend war und das gesamte Abenteuer-Genre revolutionierte ist die Story gar nicht mal so gelungen. Die Grundidee um den abenteuerlustigen Archäologieprofessor, der weltweit diverse Abenteuer besteht hat sicherlich etwas für sich und die Idee um die Lade, die dem Besitzer unendliche Macht verleiht ist ebenfalls gut. Dass Spielberg als Jude seinen Protagonisten gegen die Nazis kämpfen lässt, die sich natürlich im Rahmen des zweiten Weltkriegs auch für die Lade interessieren lässt sich ebenfalls verschmerzen, genauso wie die meist soliden Wendungen. Die Love-Story um Jones und Marion Ravenwood passt auch ganz gut in den Film, zumal das ganze so etwas persönlicher, dramatischer und teilweise auch witziger wird. Was sich Spielberg und Lucas jedoch bei diesem vollkommen hirnlosen Finale gedacht haben, werde ich wohl nie verstehen. Der Film unterhält bis kurz vor Schluss wirklich klasse, aber diese finale Wendung, die meiner Meinung nach kaum schlechter hätte sein können wird mir wohl immer ein Dorn im Auge bleiben.

Die Rolle des Indiana Jones wird wohl für immer die Paraderolle von Harrison Ford bleiben, die ihn nach seiner "Star Wars"-Rolle endgültig zum Superstar machte; und das absolut zu Recht. Ford passt perfekt in die Rolle und kann als knallharter Abenteurer voll und ganz überzeugen. Seine Mimik ist dabei mal wieder gewohnt minimalistisch, aber in diesem Fall passt es sehr gut zur Rolle, darüber hinaus macht er vor allem bei den Action-Szenen einen guten Eindruck. Karen Allen spielt die Rolle seiner Geliebten ebenfalls überzeugend und liefert einige amüsante Momente. Der übrige Cast ist ebenfalls gut.

Verglichen mit dem zweiten Teil ist "Jäger des verlorenen Schatzes" deutlich überlegen, der dritte Teil, der noch Action-geladener und vor allem mit Sean Connery inszeniert wurde toppt jedoch das Original. Aktuell erschien über 27 Jahre nach dem Original auch noch der 4. Teil der Reihe, der meiner Meinung nach nicht schlechter als das Original ist, aber mit den moderneren Effekten und dem gealterten Ford den Anschluss an die vorherigen Teile nicht mehr findet. "Jäger des verlorenen Schatzes" wird wohl dennoch für immer Kult bleiben.

Fazit:
Mit Action, Spannung und Humor liefern Stephen Spielberg und George Lucas gutes Unterhaltungskino und den wohl wichtigsten Abenteuerfilm überhaupt, der den, in seiner Rolle des abenteuerlustigen Archäologieprofessors brillierenden Harrison Ford zur Leinwand-Legende machte und das gesamte Genre nachhaltig beeinflusste; wenn da nur dieses dämliche Finale nicht wäre...

78%

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