„The Thing" ist einer der letzten überzeugenden Filme von Carpenter, zumindest für meinen Geschmack. Dabei sah es bereits 1982 nicht so doll aus mit seiner Karriere, denn dieser Film um ein außerirdisches Ekelwesen aus dem All floppte an den Kinokassen ziemlich hart. Vielleicht war ja E.T. daran schuld, der zur gleichen Zeit daherkam und das vergleichsweise etwas niedlicher. Aber auch egal, echte Carpenter-Fans halten diesen Streifen ohnehin für das Beste, was der Altmeister je auf die Leinwand brachte.
Oft wurde die Story mit Scotts „Alien" verglichen, sicherlich nicht zu unrecht. Der abgeschiedene Ort - eine Forschungsstation im ewigen Eis -, die Crew, die langsam aber sicher dezimiert wird und das sich verwandelnde Etwas, das die Männer vor immer neue Herausforderungen stellt, all das sind klassische Zutaten eines nervenaufreibenden Katz- und Mausspiels, dem man kaum entrinnen kann, auch nicht als Zuschauer. Dabei mag man um die Männer selbst vielleicht weniger zittern als damals in der „Nostromo", denn tiefer gehende Charaktere werden uns nicht geboten (und sympathisch sind die Männer auch nicht alle), trotz dieses Mangels wird der Zuschauer mit tollen Splatter-Szenen entschädigt, die zwar nicht den ganzen Film ausfüllen, aber dafür um so heftiger nachwirken. Dazu kommt die typische Carpenter-Atmosphäre, die wie immer beim Zuschauer ein Gefühl der Trostlosigkeit und Verlassenheit hinterläss, inklusive eines deprimierenden Schlussakkords, welcher nach Carpenters Machart die einzig mögliche Variante sein musste, alles andere wäre wohl auch unglaubwürdig und inkonsequent gewesen.
Kaum zu glauben, dass diesmal Morricone für die Musik verantwortlich zeichnete. Carpenter war allerdings stellenweise nicht zufrieden mit dem Score (was für ein Frevel!) und komponierte wie sonst auch einige Stücke nach, was dem Film allerdings gut tat.
Fazit: Auch heute noch ein echter Schocker, auch wenn die Anerkennung für dieses Werk etwas spät kam. Aber besser spät als nie.