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Kurt Russel spielt ein Mitglied der Besetzung einer amerikanischen Forschungsstation in der Antarktis. Plötzlich kommt es zum Gefecht mit den Mitgliedern einer norwegischen Forschungsstation, die in der Eiswüste einen Hund verfolgten. Der Hund überlebt und gelangt auf die amerikanische Station. Was die Amerikaner jedoch nicht wissen ist, dass er einen außerirdischen Virus enthält, der die Menschen, die infiziert werden, in brutale Bestien verwandelt.

Carpenters Remake wurde oftmals vorgeworfen, dass es zu sehr auf Effekte und Ekel-Szenen setzen würde und deshalb wesentlich schlechter als das Original wäre, dabei ist es neben "Die Klapperschlange" eine der mit Abstand besten Arbeiten des Kult-Regisseurs, der hier seine vielleicht beste Inszenierung seiner langen Karriere präsentiert.

"Das Ding aus einer anderen Welt" unterhält vor allem wegen seiner düsteren, kalten und zum Bersten gespannten Atmosphäre bestens. Carpenter setzt die Kulisse des Südpols hervorragend in Szene und zeigt die Abgeschiedenheit der Protagonisten, die im Kampf gegen die außerirdische Lebensform auf sich allein gestellt sind mehrfach und erzeugt so bereits ein beklemmendes Grundgefühl. Hinzu kommt noch der Score, bestehend aus dumpfen Klängen und Spannungsmusik, der von Carpenter selbst und Kultkomponist Ennio Morricone stammt, sowie einige überraschende Ton-Effekte, die eine beklemmende, trostlose und gespannte Atmosphäre aufbauen und darüber hinaus mehrfach erschrecken können. Darüber hinaus eigenen sich Viren prinzipiell gut für eine atmosphärische Umsetzung, da sie einen unsichtbaren und unbesiegbaren Feind darstellen.

Carpenter baut einige ekelhafte Szenen mit ein. Die Maske ist irgendwo zwischen faszinierend und einfach nur abartig einzustufen, die Splatter-Szenen sind makellos gelungen, teilweise aber jenseits der Grenzen des guten Geschmacks, können angesichts der düsteren Atmosphäre aber durchaus zünden und geben dem Film optisch damit den letzten Schliff, wobei ich durchaus nachvollziehen kann, dass der Film seinerzeit gerade wegen dieser Ekelszenen kritisiert wurde, aber wer sich einen Film von Carpenter ansieht, der sollte sich schon im Klaren darüber sein, dass der Regisseur nicht gerade zimperlich ist. Die Spezial-Effekte sind dabei hervorragend und in Anbetracht des Alters des Films überaus beachtlich. Carpenter lässt sich anfangs und im Mittelteil viel Zeit, um seine beklemmende Atmosphäre aufzubauen, investiert dabei aber leider nichts in die Charakterkonstruktion und beschleunigt das Tempo zum Finale hin sehr gut, sodass ein mustergültiger Spannungsbogen zustande kommt, der sich perfekt auf sein Herzschlagfinale zu bewegt. Beim Finale gibt es noch einige größere Action-Szenen zu sehen, die ebenfalls überzeugend in Szene gesetzt sind. So bleiben unterm Strich eine nahezu perfekte Inszenierung und ein enorm spannender Horrorfilm.

Schwächen hat der Film leider dennoch. Die Grundidee um den außerirdischen Organismus, der die DNA seiner Opfer verändert ist nicht gerade neu, da sie aus dem Original stammt und die Story, die um den Plot gesponnen wurde ist ebenfalls nicht unbedingt auf Höchstniveau. Vor allem die enorm flache Charakterkonstruktion, die im Prinzip überhaupt nicht vorhanden ist, stört hierbei. Ein paar gute Ideen hat Carpenter dann aber doch eingebaut, z.B. der Bluttest der Mitglieder am Ende des Films, der kaum spannender sein könnte, dennoch mangelt es leider auffällig oft an Innovation. Alles in allem ist die Story also mittelmäßig.

Der Cast lässt leider ebenfalls zu wünschen übrig. Kurt Russel, der zuletzt unter Carpenters Regie in "Die Klapperschlange" als zynischer Snake Plissken brillierte, spielt hier relativ schwach und ohne jegliches Charisma, wie ein B-Movie-Darsteller und stolpert derart hölzern durch den Film, dass es teilweise wirklich ein Ärgernis darstellt. Dasselbe gilt für den übrigen Cast, in dem ebenfalls keine Meisterleistungen vollbracht werden, schade eigentlich, denn mit wirklich guten Darstellern hätte "Das Ding aus einer anderen Welt" ein echtes Meisterwerk werden können, so bleibt er aber dennoch einer der besten Vertreter seines Genres.

Fazit:
"Das Ding aus einer anderen Welt" ist ein atmosphärischer und enorm spannender Sci-fi-Horrorfilm, der mit hervorragenden Spezialeffekten beste Unterhaltung bietet, mit seinem schwachen Cast, seiner flachen Story und der, im Prinzip nicht vorhanden Charakterkonstruktion aber auch einige Schwächen bietet. Wer starke Nerven hat und sich an den heftigen Gewaltdarstellungen und Ekelszenen nicht stört, wird mit dem Film daher sehr gut beraten sein, zumal es sich um einen der besten Filme von John Carpenter handelt, den man schon mal gesehen haben sollte.

82%

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