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John Carpenters „Das Ding aus einer anderen Welt“ gehört zu den effektreichsten, härtesten und besten Filmen des Horrormeisters.
Der Film spielt im ewigen Eis und dieser großartigen Kulisse gehört auch die Eröffnungssequenz: Zwei Norweger verfolgen in einem Hubschrauber einen Schlittenhund und versuchen diesen mit einem Scharfschützengewehr und Granaten zur Strecke zu bringen. Das Tier flüchtet zu einer amerikanischen Forschungsstation, wo die scheinbar verrückten Norweger auf wenig Gegenliebe stoßen. Als der Schütze versehentlich seinen Kameraden in die Luft jagt und wild um sich ballert, wird er von einem amerikanischen Crewmitglied erschossen.
Der Hund wird von der Crew aufgenommen, doch sie beschließen dem Vorfall auf den Grund zu gehen. Pilot R.J. MacReady (Kurt Russell), der inoffizielle Anführer der Forscher, fliegt mit einem weiteren Crewmitglied zur Forschungsstation der Norweger, um sich dort umzusehen. Allerdings ist diese verlassen und zerstört und die beiden finden lediglich seltsame, tote Mutationen, welche verbrannt wurden. Ein erster Ausblick auf die fantastischen Creature-Effekte, welche „Das Ding“ bietet.

Bei der Untersuchung der Überreste zurück in ihrer eigenen Forschungsstation stellt sich heraus, dass es sich um eine außerirdische Lebensform handelt, die ihre Opfer absorbiert, imitiert und deren Gestalt annimmt, um so unerkannt leben zu können. Doch ohne es zu wissen haben sich die Forscher den Tod bereits in die Station geholt, denn der Schlittenhund ist ebenfalls ein Ding aus einer anderen Welt. Bald beginnt ein knallharter Kampf ums Überleben...
„Das Ding“ bietet unheimlichen Nervenkitzel, wie man ihn von den meisten Filmen des Meisters gewohnt ist. Vor allem das geschickt geschürte Misstrauen und die Frage „Wer ist bereits infiziert?“ erzeugen hier eine Spannung, da die meisten Angriffe des Dings immer urplötzlich und sehr erschreckend kommen. Da verzeiht man es auch, dass die Hatz nach dem Ding im weiteren Verlauf etwas gleichförmig ausfällt und sich einige Szenen ähneln. Nur der Showdown ist einen Tick zu schnell vorbei und so sauber wie präzise Carpenter seine Hauptfiguren auch mit wenigen Pinselstrichen auch skizziert – ein paar Hintergrundinfos mehr hätten die Sorge um einzelne Crewmitglieder sicher vergrößert.
In den Punkten Szenario und Atmosphäre kann „Das Ding“ wirklich glänzen, denn die weite Eiswüste und die Tatsache, dass ein großer Teil des Films nachts spielt, erzeugen die passende Stimmung. Ebenfalls zur Atmosphäre trägt die Musik bei, die so genial ist wie bei den meisten Carpenters, dieses Mal aber nicht vom guten John selbst kommt, sondern von niemand geringerem als Ennio Morricone. Lediglich einige kleinere Auslassungen zerreißen die Stimmung; hierzu gehört auch das Verschwinden eines Crewmitglieds, welches nicht geklärt wird. Im besten Falle kann man dies allerdings auch als Ergänzung zu dem hinterhältig-bösen Ende sehen (wenn man Carpenter sehr wohlgesonnen ist), welches zwar strenggenommen ein Happy End ist und trotzdem von schwärzestem Pessimismus erfüllt ist.

Eine echte Glanzleistung sind die fantastischen FX, die (obwohl der Film von 1982 ist) noch einige aktuelle Produktionen alt aussehen lassen. Gerade das Fehlen von Computeranimationen machen die Verwandlungen des Dings zu einem optischen Leckerbissen, wozu man Special-Effects-Designer Rob Bottin gratulieren muss. Mein persönlicher Fave ist die Szene im Zwinger. Zudem gibt es auch einige härtere Goreeffekte, wenn das Ding seine Opfer findet, die sich aber trotzdem gut in die Handlung einpassen und nie um des Effektes Willen eingebaut scheinen.
Kurt Russell gibt gewohnt routiniert den harten Mann, den man ihm auch sofort abkauft, ohne dass er Oscarreif agieren würde. Dies soll seine sehr gute Leistung allerdings nicht schmälern. Auch die restlichen Darsteller erbringen gute bis sehr gute Leistungen; dabei macht es gar nichts aus, dass die meisten recht unbekannt sind bzw. den meisten Zuschauern nur vom Sehen und nicht namentlich bekannt sind – Keith David, David Masur und Wilford Brimley haben für die meisten Zuschauer eher den „Den kenn ich doch von irgendwoher“-Effekt.

Auch wenn die Story zum Ende hin etwas gleichförmig wird und kleine Schwächen hat, so ist Carpenters „Das Ding“ dennoch ein echtes Must See für alle diejenigen, die sich für effektreichen Horror begeistern können. Die englische DVD ist eine echte Kaufempfehlung: Schönstes WS 2,35:1 und umfangreiches Bonusmaterial.

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