"The Thing" ist einer der wenigen Carpenter Filme, die man ihm kritiklos durchgehen lassen kann. Hapert es bei ihm sonst immer an der Umsetzung seiner zugegebenermaßen meist genialen Ideen, kriegt er hier auch das in den Griff und liefert einen Horrorschocker der Oberklasse ab.
Die eher konventionelle Story wird besonders durch die Abgeschiedenheit des Forschungsteams interessant. Die karge, endlose Eislandschaft vermittelt dem Zuschauer von Anfang eine Art apokalyptische Endzeitatmosphäre, wie man sie sonst nur von Romeros Zombie-Trilogie kennt.
Der Film hält sich, Carpenter-typisch, auch nicht lange mit einem Vorspiel oder mit einer Einleitung auf, sondern geht gleich in die Vollen und schon nach wenigen Minuten sitzt der Zuschauer Nägel-kauend im Sessel und bereitet sich innerlich schon auf den nächsten Schock vor.
Klar, diese sind stellenweise vorhersehbar und man hat auch öfters das Gefühl, dass Carpenter "Alien" mehr als einmal gesehen hat, aber spätestens wenn sich das Team untereinander mißtraut schlägt der Film eine ganz andere Richtung als Scotts Werk ein.
Niemand weiß, wer infiziert ist und selbst Personen, die der Zuschauer nie im Verdacht gehabt hätte, werden plötzlich zu brutalen Monstern. Diese sind auch ein weiterer Pluspunkt des Films. Carpenter beschränkt sich nicht, wie andere seine Kollegen, auf ein Monster, was immer gleich aussieht, sondern auf eine Art Masse, die alle möglichen Formen annehmen kann. Dabei entstehen dann auch die blutigsten und ekligsten Effekte des Films, wenn das Monster mal wieder aus einer Person herausbricht. Die Effekte sind dabei wirklich bahnbrechend und können selbst heute noch als Referenz durchgehen. Dadurch und durch die Optik wirkt der Film zeitlos, einzig die Frisuren und Kleidung der Darsteller erinnern an seine Entstehungszeit.
Morricones Musik hat leider nichts mit Morricone zu tun. Sie klingt wie ein Standart-Carpenter Soundtrack und bietet immer die gleiche Grundmelodie. Ob das nun Gut oder Schlecht ist, muss jeder selbst wissen, aber ich finde, Carpenter hätte dem Meister ruhig ein bisschen mehr Einfluß zugestehen können.
Insgesamt ein spannender, schockierender Film, Carpenters bester, wie ich finde.
9/10