Bei „Wo die Liebe hinfällt“ ist die große Frage, welche Erwartungen man einen Film stellt, der unter der landläufigen Bezeichnung „RomCom“ abgeheftet wurde?
Generell Standards mit ein paar Jokes und einer Menge Herz und einem ganz doll buntem Happy End.
Wenn aber nun, wie in diesem Fall, eine interessante Prämisse dazu kommt, nämlich das die handelnde Familie, von der Jennifer Anistons Figur hier ein Teil ist, die Vorlage für das Buch/den Film „Die Reifeprüfung“ ist, erwartet man schon ein wenig mehr.
Bloß: es kommt nichts!
Was interessant anfängt und sich als Trailer wunderbar witzig vorstellt, entpuppt sich als banale Fingerübung für einen wahrhaft in die Jahre gekommenen Rob Reiner, der aus einem Flickenteppich von Drehbuch hier verzweifelt einen charmanten Film zu drehen versucht.
Miss Aniston dabei zu haben, ist da schon mal hilfreich, aber einen ganzen Film macht die Schöne dann doch wieder nicht.
Eindimensional und vorhersehbar schleppt sich die Story von der Tochter, die erfährt, dass Mutter (schon tot) und Großmutter (Shirley MacLaine!!!) was mit einem Kerl (Kevin Costner!!!!!) hatten und die deswegen auch kurzfristig ihm verfällt dahin. Sämtliche witzigen Szenen sind im Trailer säuberlich angeordnet, witzige Ansätze sind nicht weiterentwickelt worden, die Motivation der Charaktere bleibt im Dunkeln.
Daß Anistons Sarah von der Wahrheit über ihre Familie dermaßen aus dem ev. Baldigen Hochzeitskonzept gebracht wird, ist genauso unlogisch, wie die Bereitschaft, mit einem Mann zu schlafen, der es (vor 30 Jahren) schon ihrer Oma besorgt hat.
Mark Ruffalo, ihr Gspusi und Verlobter, ist so hinreißend durchschnittlich, dass sie am Ende gar nicht anders kann, als sich dann doch für ihn zu entscheiden, denn weder sagt das Reißbrett „Sympath“ noch „Unsympath“, sondern einfach gar nicht so übel.
Dafür sagt das Skript über die Hauptfigur: irgendwie zu hysterisch.
Das wäre noch akzeptabel gewesen, wäre Sarah im besten „Friends“-Modus angelegt gewesen, doch wann immer diese komödiantische Flamme aufflackert, wird auch sofort wieder ausgetreten und besondere Tiefe kann die Rolle sowieso nicht ausbaggern.
Costner gibt sich zwar Mühe, hat aber mehr eine bemühte Nebenrolle zu füllen, während MacLaines brachiale One-Liner und Kommentare eh das Beste am Film sind, ihn aber deswegen noch lange nicht tragen.
Da ist also einfach eine Frau zu Gange, die sich noch nicht recht entschieden hat, wo ihr Platz im Leben ist und die etwas mehr Aufregung will – und sie auch bekommt, weil sie sich so sperrig anstellt. Sie verliert um ein Haar dadurch ihren Verlobten und rutscht am Ende zu ihm zurück, wobei das Liebeswiedereingeständnis so klebrig ausfällt, dass man den Schluß des Films geradezu herbei sehnt, unspektakulär wie er nun mal ausgefallen ist.
„Rumor has it…“ ist, selbst für Hardcore-Fan(innen) anspruchsloser Herzschmerz-Stories nur ein netter, aber belangloser Film geworden, nicht schlecht, aber mit einer Kanne Tee und ein paar Keksen genügend beschenkt. Oder für alle anderen: gesehen, vergessen. (5/10)