Jeder der sich das Cover der DVD ansieht und denkt dass er so etwas ekelhaftes noch nie gesehen hat, der sollte gleich die Finger von dem Film lassen. Dieser Film hat gestern meinen persönlichen Perversitätsolymp erklommen.
Es soll jetzt niemand glauben dass ich zimperlich bin aber Feed war wirklich hart an der Grenze des Erträglichen.
In diesem Film wird wirklich jede Perversität bedient, die man sich vorstellen kann: harte Gewalt (verprügeln, ersticken, von Knochen von Toten aufgespießt werden), harter Sex, einschlägige Internetseiten, Psychopathen (Zum Beispiel einen der sich selbst isst) und natürlich Szenen mit wirklich dicke Frauen, die sich nackt und/oder mit allen möglichen Nahrungsmitteln und/oder Erbrochenem besudelt vor der Linse tummeln.
Und für mich war das noch nicht das Schlimmste. Am Schlimmsten fand ich die Abhängigkeit in die der so genannte Feeder diese Frauen getrieben hat; sie lassen sich von ihm pures Fett (das übrigens einer zuvor bis zum Tode gemästeten Dame entnommen wurde) mit einem Schlauch in den Magen pumpen, von ihm missbrauchen, anbrüllen, wie Vieh behandeln und beten ihn selbst im Moment ihres Todes noch an. Man bekommt eine Szene serviert in der der Feeder eine Frau mit einer Art Rinderwaage abwiegt und ihr zum erreichen ihres Ziels (600 Pfund zu wiegen) gratuliert. Dieselbe Frau freut sich wie ein Baby und sagt daraufhin in die Webcam, dass dies ein glorreicher Tag für sie sei weil sie ihr großes Ziel erreicht hätte.
Eindeutig nichts für schwache Mägen.
Nur eine Info am Rande: Eigentlich wollte ich mir an besagtem Abend eine Pizza bestellen, aus Mangel an Appetit nach dem Genuss dieses Films habe ich dass dann gelassen.
Ein paar Worte zum Inhalt. Der australische Cop Phillip Jackson (Jack Thompson) hat sich auf Internetkriminalität spezialisiert und stößt bei seinen Recherchen im World Wide Web immer wieder auf Seiten die sich am Rande der Legalität bewegen. Nach einem Nervenaufreibenden Einsatz in Deutschland kehrt Phillip zurück nach Australien, wo er sich sogleich in den nächsten Fall stürzt. Er entdeckt eine Internetseite auf der extrem dicke Frauen abgebildet sind, die bis zu ihrem Tod von einem so genannten Feeder gemästet werden (später erfährt man dass auf besagter Seite auf den Tod der Frauen gewettet wird).
Da zu Tode füttern nicht wirklich ein Verbrechen darstellt (da es die Frauen ja freiwillig machen) bricht Phillip, gegen den Willen seines Vorgesetzten, auf eigene Faust nach Amerika auf und trifft dort auf den psychopatischen Feeder (Alex O’Lachlan), der bestreitet mit seinem Fetisch Straftaten zu begehen.
Das Ganze gipfelt in einem brutalen Finale.
Der Film wird mit steigender Laufzeit immer brutaler und rücksichtsloser und der Unterschied zwischen Gut und Böse beginnt zusehends zu verschwimmen. Im Laufe der Handlung erfährt man unter anderem, dass Phillip seine Freundin auch nicht gerade auf Rosen gebetet hat und mindestens genauso ein Psychopath wie der Feeder ist.
Das geniale und ziemlich gewagte Ende setzt dem Film meiner Meinung nach endgültig die Krone auf.
Es gibt einige Szenen die von ihrer Machart her ihresgleichen suchen.
Zum Beispiel eine Szene in der parallel eine Sexszene von Phillip mit seiner verdammt hübschen Freundin und eine (naja nennen wir es einmal) Sexszene zwischen dem Feeder und seinem Feedie gezeigt werden. Genial abartig.
Die Szenenübergänge sind genauso wie die Farben des Films überragend.
Die Kameraführung ist perfekt an die Handlung angepasst: mal wackelig und mal ruhig und weder dem Regisseur noch den Darstellern und schon gar nicht dem Film sieht man sein geringes Budget an. (Der Film erinnert mich an Saw nur dass er vielleicht noch ein Stück kompromissloser ist.)
Der Film ist einfach herrlich böse und grausam und ich empfehle jedem, der sich diesen Film zutraut ihn auch unbedingt anzusehen.