Review

Achtung! - Kontroverse ... 

Als Introitus blendet man uns eine Texttafel ein, die dem Zuschauer erklärt, dass der vorliegende Film auf keiner wahren Begebenheit beruhe, filminterne "Handlungsschritte" aber sehr wohl auch in dieser Stärke in genau jenem Moment praktiziert werden ... 

Es ist schon beklemmend, denn was man zu sehen bekommt, kratzt mit einer rücksichtslosen Penetranz am durchschnittlichen Menschenverstand. Da werden extrem feiste Frauen (Feedees) von männlichen Fettfetischisten (Feedern) auf eine liebliche Weise gemästet, bis sie wortwörtlich platzen. Kacke wird in Müllsäcken kiloweise gelagert, man sammelt abgeschabtes menschliches Fett, um es schließlich zu kochen und der nächsten adipösen Seniorita in die Gurgel zu gießen. Trichter werden effektiv zur Nahrungsaufnahme verwendet. Dabei dokumentiert man perpetuell die Biowerte der Fettleibigen, die man stets weiter zu mästen versucht. Das Ganze wird gefilmt und ins WWW gestellt. Irgendwann stolpert ein Internet-Cop über diese Bilderfolge, welcher sich kurzerhand dazu entschließt, den skurrilen Fall auf eigene Faust zu lösen. 

Gleich zu Beginn konfrontiert man uns mit dem Kannibalen von Rotenburg. (Das soll wohl die "Man-isst-was-man-ist-Philosophie" weiterführen?) Aber in diesem Film geht es zunächst nicht um kannibalistische Internetuser, welche sich bei ihrer Verabredung stückweise wechselseitig verköstigen, sondern um eine andere Ausschweifung von regelrechter Paraphilie. Jedoch spielt das Internet weiterhin die theatralische Rolle. In einem virtuellen Strudel aus Fanatismus, Obsession und Snuff brodelt eine nie dagewesene Melange menschlicher Abgründe daher. Man wird sich wundern, wenn man zu sehen bekommt, wie einem menschliches Fett unter die Haut gespritzt oder ein Schlauch durch den Schlund bis in den Magen eingeführt wird, an welchem am anderen Ende ein riesiger Trichter thront. Das beste ist der Feeder, welcher sich immer wieder gegenüber dem unsensiblen, etwas naiven Cop als Genie beweist und somit bei den Zuschauern eine gewisse Sympathie entwickelt. Das "Gottgleiche" steht ihm, als man sich als Messias wähnt, wie maßgeschneidert. 

Ein Film wie eine CSI-Miami - Jedoch auf Spielfilmlänge ausgedehnt, einen ganzen Schlag 'kränker' und ihrer Darstellungsweise explizit! Die eingesetzten Farbfilter wirken drastisch, jedoch nie zu überzogen. Auch der Spannungsbogen mausert sich, kulminiert sich konstant durch die unerwarteten Schritte der beiden Protagonisten, welche immerfort ungeahnte Charakteristika offenbaren. 

Die Story wird permanent eindringlicher, verflechtet sich in stetigem Verlauf mit diversen Schockeinlagen und dem charakteristischen Zerfall der 2 Hauptdarsteller. Am Ende wird das Gute scheinbar zum Bösen und gar ohne Reue lässt man Taten sprechen, die sich kaum in Worte fassen lassen. Somit kristallisiert sich ’gen Ende ein wahrlich sadistisches Finale, welches wohl so keiner je vermutet hätte. Alleine aufgrund diesem lohnt es sich, diesen äußerst morbiden Film anzuschauen! Von professionellen Schauspielern über grandiose Einfälle bis hin zu örtlicher Filmidyllik ist alles par excellence. 

FEED würde allerbestens in die Kino Kontrovers-Reihe von Legend reinpassen ...

Details
Ähnliche Filme