Ein typischer Teenie-Slasher mit Voodoo-Anteilen, warum nicht?
Der Genrefan kann mit „Venom“ zumindest nichts falsch machen, auch wenn sich die Reihenfolge der Opfer ziemlich genau vorhersagen lässt und der „Survivor“-Stempel frühzeitig aufgedrückt wird. Eigentlich habe ich nichts anderes erwartet, - und das im positiven Sinne…
Alte Voodoo-Lady hat in ihrem Zauberköfferchen ein paar Schlangen, die soeben böse Seelen gemolken haben (muss man so hinnehmen…). Dummerweise kollidiert sie auf einer Brücke mit dem Abschleppwagen von Ray. Ray fällt ins Wasser, wird von den Schlangen gebissen, ist ein bisschen tot, um kurz darauf als unkaputtbarer Killer Jagd auf verfügbare Jugendliche zu machen…
Also doch das Übliche
Und das hat Jim Gillespie ansprechend in Szene gesetzt und mit viel Tempo und einigen blutigen Momenten versehen. Dabei ist der Voodoo-Anteil auch nur eine Erklärung für die Herkunft des Killers: Ray ist von 13 bösen Seelen besessen und kennt kein Erbarmen, also der Freddy Krüger der Südstaaten.
Und diese spielen beim miesen Treiben des Killers eine entscheidende Rolle. Die Sumpfkulisse Louisianas bietet eine fesselnde Atmosphäre, die das schwüle Klima durch eine geschickte Ausleuchtung für den Zuschauer spürbar macht. Die finale Jagd durch den nebelumgebenden Sumpf bietet dabei den atmosphärischen Höhepunkt, aber auch das Voodoo-Haus als Fluchtpunkt der potentiellen Opfer erzeugt eine angenehm bedrohliche Stimmung.
Und wenn Killer Ray zuschlägt, dann auch richtig. Temporeich und spannungsgeladen geht es zur Sache und es fließt ordentlich Blut. Nicht vordergründig, aber auch nicht zurückhaltend werden Körper aufgespießt, ein Messer im Kopf platziert und andere fantasievolle Missetaten verübt. Die Effekte sind durchweg ansprechend, einige Fast-Forwards sind ebenso gelungen wie die Maske des Killers, - sogar die CGI-Schlangen sind passabel.
Auch die Darsteller liefern annehmbare Arbeit ab, besonders Eden (ja, es klingelt: Eden – Paradies – Schlangen…), dargestellt von Agnes Bruckner, weiß nicht nur rein optisch zu gefallen. Auch das übrige Futter für den Killer performt okay.
Letztlich kommt wieder alles zusammen, was den typischen Teenie-Slasher ausmacht:
Gut ausgestattete Damen, viel Tempo, ein wenig Blut und einige unumgängliche Klischees, die für Heiterkeit beim bunten Herrenabend sorgen.
Und mit dem Begriff „Seelenmelken“ habe ich etwas dazugelernt…
7 von 10 Punkten