"Begrüße Sie. Fellner mein Name. Sie sind der Herr Bösel, gell?"
Regisseur Paul Harather schuf mit seiner im In- und Ausland preisgekrönten Verfilmung des von Alfred Dorfer und Josef Hader verfassten Kabarett-Stücks eine der erfolgreichsten österreichischen Kino-Komödien aller Zeiten: Ein tragikomisches Roadmovie über zwei scheinbar unvereinbare Charaktere, die sich im Zuge einer gemeinsamen Dienstreise durch Niederösterreichs Wirtshäuser hassen und lieben? und das Leben in all seinen Spielarten kennen lernen. Alfred Dorfer verkörpert den pseudointellektuellen Yuppie Kurt Fellner, Josef Hader spielt den dumpfen, aber herzlichen Proleten Heinz Bösel.
Die beiden Kabarettisten Josef Hader und Alfred Dorfer spielen in dem Sensationserfolg Indien zwei ungleiche Inspektoren des Hotel- und Gaststättengewerbes, die gemeinsam durch die österreichische Provinz tingeln. Heinzi Bösel (Josef Hader) ist ein schlampiger Kettenraucher, wortkarg und voller kleinbürgerlicher Ansichten; ein schnitzelvernichtendes, übel gelauntes Ekelpaket. Als die Dienststelle Bösel für eine Überprüfungstour mit dem jungen Ehrgeizling Kurt Fellner (Alfred Dorfer) zusammensteckt, verheißt das nichts Gutes. Mit ungebremstem Eifer attackiert Fellner überfallartig seinen Kollegen mit nicht enden wollendem unreflektierten Möchtegern-Yuppie-Gebrabbel. Doch überraschenderweise raufen sich die beiden ungleichen Gefährten zusammen. Es entsteht eine ruppige Freundschaft, die selbst härteste Belastungsproben übersteht.
Indien ist ursprünglich als Zweipersonenstück entstanden, mit dem Hader und Dorfer Anfang der 90er-Jahre Triumphe feierten. Die beiden Filmneulinge haben sich schließlich mit dem Regisseur Paul Harather zusammengetan und ein Spielfilmdrehbuch geschrieben. War es für die drei zunächst noch eine Überraschung, überhaupt Filmförderung zu erhalten, entwickelte sich Indien bald zu einem der erfolgreichsten österreichischen Filme überhaupt. Mit etlichen Preisen dekoriert machte der Film auch in Deutschland Furore, und das zu Recht. Entstanden ist ein zugleich tragischer wie humorvoller Blick auf eine unmögliche Männerfreunschaft, die sich durch ihre liebevolle und ungemein genaue Beobachtungsgabe auszeichnet.
Viele Dialoge werden wir nie vergessen und schleichen sich automatisch in den täglichen Wortschatz des Indien-Fans ein, als da wären beispielsweise:
- "Danke, gaanz lieb."
- "Sogma neunzg Prozent von de Wirt, könnens sagen, zu hundert Prozent san des Trotteln."
- "Warum bin zum Beispiel ich ein Mensch worden und ein anderer nur ein Hendl?"
Eine Frage bleibt allerdings nach wie vor ungeklärt: "Wieviele Zähne hat der männliche Buckelwal?"
Ich sag trotzdem: "Danke für die Mitarbeit!" und verabschiede mich ganz Indien-like mit einem "Drei, zwo, eins, Bussi!"
(10/10)