Provokations-Kino made in Japan! Review enhält Spoiler!
Einige Kinder gehen mit ihren Eltern in ein künstliches Ferienlager. Dort haben die Eltern die Absicht ihre Kinder "auszulöschen" und deren Organe zu verkaufen. Doch die Kinder kommen dahinter..
Als ich am Filmfestival Neuchatel die Inhaltsangabe gelesen habe, erwartete ich eine bunte japanische Komödie. Was gezeigt wird, ist aber anderes. Kindesmisshandlung spassig gezeigt? Man will es nicht glauben, doch der Film packt das auf einer guten Ebene.
Der Film besteht hauptsächlich aus zwei Teilen: Dem "Comedy-Teil", in dem die Eltern sich am liebsten gegenseitig kalt machen, um noch mehr Geld für die Kindesorgane zu bekommen. Dann gibt es den "ernsten Teil", bei dem einfach der Terror zuhause gezeigt wird. Da wird ein Kind schon einmal von den Eltern mit nem Besen verprügelt, in kaltes Wasser gedrückt, verjagt wenn es sagt: "Mami ich liebe dich wirklich".. drastische Szenen. Die Frage nach dem "Sind die nötig?" stellt sich bei asiatischen Filmen eh keiner mehr. Die zeigen einfach alles. Doch es wurde geschickt mit dem Comedy-Teil gepaart. Das Kinopublikum wusste aber echt nicht mehr ob sie nun lachen sollen oder nicht. Wie weit darf der eigene Humor gehen?
Beispiel: Ist es witzig, wenn die Kinder sich gegenseitig den Oberkörper präsentieren und damit "prahlen" mehr blaue Flecken zu haben als der Rest? Eigentlich recht übel, jedoch konnte man überall ein Schmunzeln hören..
Fazit: "Innocent Seven" ist ein guter Film über ein heikles Thema mit einem bitterbösen Ende. Schauspielerisch und regietechnisch nichts besonderes, hier wird aber Wert auf die Geschichte gelegt. Und die hat es mehr als in sich! Sehr unterhaltsam und eindrücklich, 8/10