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Und weil es (& mit es meine ich den Film Smoke) so schön war & weil Auster & Wang noch Ideen hatten & weil sie & die Belegschaft von Auggies Tabakwarenladen noch Zeit hatten, wurde nach dem Wrap von Smoke noch munter weitergedreht & dabei viel improvisiert. Mehr noch als der Vorgänger ist Blue in the Face ein Love-Letter an Brooklyn.

Eine Story gibt es hier nicht, man ist einfach dabei, wenn diverse Leute bei Auggie (erneut Harvey Keitel) abhängen, quasseln, streiten, musizieren & labern, über dies & das, über Baseball & belgische Waffeln & über jenes & sonst was. Ein lässiger & grundsympathischer Vibe zieht sich durch das Geschehen & man schaut den Figuren einfach gerne beim Nichtstun zu, in diesem "nur ein nettes kleines Nichts von einem Eckladen".

Und wer sich hier in & vor das Geschäft alles verirrt! Manche sind relativ leicht zu erkennen, wie Lou Reed, Jim Jarmusch, Roseanne Barr, Michael J. Fox, Mira Sorvino oder Madonna, die Auggie ein singendes Telegramm überbringt. Bei anderen hingegen (Lily Tomlin & Keith David) ist mir erst beim Abspann das Licht aufgegangen. Der Beginn mit dem Handtaschen-Diebstahl ist ein köstlicher Auftakt & als kleine Szenen-Diebin erweist sich Mel Gorham als Auggies Freundin Violet, ein Energiebündel mit spanischem Temperament ("Wer zum Kack ist Chuck?"), Feuer im Blut & üppigem Busen, den sie freundlicherweise vor dem Spiegel auspackt.

Blue in the Face ist ein toller "kleiner" Film für sich, auch wenn er an den Vorgänger nicht rankommt. Und obwohl ich Nichtraucher bin, juckt es mich jetzt, mal mit den Fingern zu schnippen, die Hand aufzuhalten & den Nächstbesten aufzufordern: "Kippe!"

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