Review

„Wer das Schwert in die Hand nimmt, kommt durch das Schwert um“

„New One Armed Swordsman“ ist mit Sicherheit einer der größten Kung-Fu-Klassiker und der krönende Abschluss der legendären „One Armed Swordsman“-Trilogie des einmaligen Chang Chehs (1923-2002).
Der größte Unterschied zu den Vorgängern ist zweifellos, das Wang Yu nicht mehr mit von der Partie ist, doch wird er von dem nicht minder bekannten David Chiang perfekt ersetzt.
Dazu gesellen sich die Shaw Brothers Ikonen Ti Lung und Li Ching.

Lei Li (David Chiang) ist ein ehrenhafter Schwertkämpfer, der sich für die Gerechtigkeit einsetzt und dadurch ein Dorn im Auge einer Räuberbande, angeführt von Meister Lung I Ching (Feng Ku), ist.
Durch seine Naivität fällt Lei Li auf einen Trick der Räuberbande rein und steht vor Meister I Ching als Mörder dar. Lei Li beteuert seine Unschuld und der „gnädige“ I Ching fordert ihn zum Kampf heraus, den der siegessichere Lei Li sofort annimmt.
In einem grandiosen Kampf verliert Lei Li unglücklich und schneidet sich aus Ehre seinen rechten Arm ab und beteuert nie wieder in seinem Leben zu kämpfen.
Jahre später arbeitet Lei Li in einer Kneipe und führt ein trauriges Leben. Aus dem einst vor Selbstbewusstsein strotzenden Schwertkämpfer ist ein gebrochener Mann geworden, der dem Spott der Kundschaft aufgrund seiner Einarmigkeit ausgesetzt ist.
Doch eines Tages wird Lei Li von dem jungen Draufgänger Feng (genial, Ti Lung) erkannt. Feng ist fasziniert von Lei Li und auch von der Tatsache, dass er das Schwert aufgegeben hat und die beiden freunden sich schließlich an.
Feng möchte auch sein Schwert aufgeben und mit Lei Li ein neues Leben anfangen, aber zuvor muss er noch einmal die Ungerechtigkeit im Land besiegen und die Räuberbande zur Rede stellen. Ein Fehler wie sich herausstellt: Feng wird von Meister I Ching und seiner Besatzung getötet.
Lei Li hat nur noch eins im Sinn und zwar Rache: Der Einarmige greift zu seinem Schwert und stellt sich Meister I Ching und seinen zahlreichen Untergebenen.
Was folgt ist einer der grandiosesten Schwertkämpfe aller Zeiten….

„New One Armed Swordsman“ merkt man eins ganz deutlich an; er stammt aus der Zeit vor Bruce Lee’s Tod und ist nicht einfach nur ein schnell produzierter, auf Profit bedachter Kung-Fu Film. Man muss sich nur mal anschauen mit was für einer Sorgfalt bei den Kostümen und Hintergrundkulissen gearbeitet wurde. Fabelhaft!
Schnelle Schnitte sind hier tabu und die Kamera hält auch da drauf wo es weh tut. (Köpfe werden abgehackt, Ärme durchtrennt, etc…)
David Chiang mag wahrscheinlich nicht der spektakulärste Martial Artist sein, aber seine schauspielerischen Qualitäten heben ihn weit von der Masse ab. Er spielt die Rolle des Lei Lis mit einer solch großen Intensität, dass man fast schon Gänsehaut bekommt. Besonders hoch anrechnen tue ich ihm, das er als gebrochener, einarmiger Mann nie ins „Overacting“ verfällt wie es leider häufig im asiatischen Film der Fall ist.
Zwar klingt die Story nach einem typischen „Gut gegen Böse“ nach Schema F, doch kam zumindest bei mir zu keiner Sekunde Langeweile auf und der Film hat mich sprichwörtlich in seinen Bann gerissen.
Die Fightszenen sind meiner Meinung nach mit die besten aller Zeiten und auch Herr Tarantino scheint nicht gerade unbeeindruckt davon gewesen zu sein. So erinnert die Szene von Uma Thurman gegen die Yakuza-Bande in „Kill Bill“ doch sehr stark an den Endshowdown Lei Lis.

Ich kann diesen Film jeden Eastern Fan oder denen die es werden wollen uneingeschränkt empfehlen. Vielen Dank, Chang Cheh!

Wertung: 10 von 10 Punkten.

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