Review

Grenzenloser Pessimismus aller Orten; immer weiter steigende Arbeitslosenzahlen; soziale Ungerechtigkeit. Wie kann es mit unserem Land aufwärts gehen? Der Episodenfilm „Weltverbesserungsmaßnahmen“ von den Filmemachern Jörn Hintzer und Jakob Hüfner versucht, ein paar Beispiele dafür zu präsentieren, wie es Deutschland wieder besser gehen könnte.

Dabei präsentieren sich zum Teil abstrus schwachsinnige Vorschläge wie das farbliche Sortieren von Autos auf einem Parkplatz oder die Anpassung der Körpergröße auf standardisierte 1,90 m; aber auch einige bemerkenswert sinnige Einfälle wie die Einführung des sorbischen Euros. Dieser löst sich nach 6 Wochen vollkommen auf, sodass der Besitzer dazu gezwungen ist, sein Geld schnellstmöglich wieder auszugeben und so die Volkswirtschaft anzukurbeln.

Einfälle hatten die Schöpfer dieses Episodenfilms reichlich, aber die meisten davon sind nicht wirklich dazu geeignet, die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern. Daher sollte man „Weltverbesserungsmaßnahmen“ auch nicht als dokumentarischen Film ansehen, dessen Vorschläge 1:1 übernommen und umgesetzt werden sollen, sondern eher als unterhaltsamen, teilweise recht zynischen Streifen über ein Thema, dessen sich jeder annehmen sollte. Dass der Film dabei nicht durchgehend die Aufmerksamkeit seiner Zuschauer in Anspruch nimmt, liegt in erster Linie daran, dass sich trotz der Kürze der Episoden einige Längen in die Erzählungen einschleichen. Eine etwas straffere Erzählweise und dafür vielleicht die eine oder andere „Weltverbesserungsmaßnahme“ hätte dem Film in dieser Hinsicht auf jeden Fall gut getan.

Handwerklich sind die „Weltverbesserungsmaßnahmen“ ordentlich gemacht; nichts überragendes, aber auch nichts, was den Filmfreund erschreckt im heimischen Kino aus dem Sessel hochfahren lässt; diese gehobene Mittelmäßigkeit fängt bei der Optik an und hört bei den Darstellern auf. Sämtliche Schauspieler, die hier zum Einsatz kommen, machen ihre Sache gut, jedoch merkt man dem einen oder anderen an, dass er nicht immer ganz bei der Sache ist bzw. nicht mit voller Überzeugung hinter dem Projekt steht.

„Weltverbesserungsmaßnahmen“ ist ein netter Versuch, den einen oder anderen zum Nachdenken darüber, was man an unserer Gesellschaft verbessern könnte, anzuregen. Für richtig gute Unterhaltung reicht es dann doch nur in allerhöchstens 50% aller Episoden. Für den guten Gedanken hinter der Sache gibt’s noch mal eine kleine Aufwertung, sodass wir auf 6 von 10 Punkten kommen.

Details
Ähnliche Filme