Wie schon beim Erstling führt Joe Dante bei „Gremlins 2“ Regie, lässt das Konzept hier aber stärker in Richtung Komödie gehen.
Erfreulicherweise sind hier aber wieder die gleichen Figuren und Darsteller am Start. Billy Peltzer (Zach Galligan) hat es dieses Mal nach New York verschlagen, wo er im großen CCN-Center als Bauzeichner arbeitet, während seine Freundin Kate Beringer (Phoebe Cates) im gleiche Gebäude neugierige Touris rumführt, denn der Bau ist ein technisches Wunderwerk, das von seinem Eigner stets vorgeführt wird. Dieser will auch den Laden plätten, in dem Gizzmo, der niedliche Mogwai, ein neues Zuhaues gefunden hat. Der Besitzer weigert sich zu verkaufen, stirbt jedoch altersbedingt und der Laden wird abgerissen.
Doch ausgerechnet Forscher eines Genlabors aus dem CCN-Tower finden Gizzmo und bringen ihn dorthin. Billy bemerkt dies und will Gizzmo befreien, um das Schlimmste zu verhindern. Doch dann wird er nass und seine Ableger fressen nach Mitternacht…
Also ist bald die Gremlinhorde wieder da und treibt sein Unwesen in dem riesigen Tower. Dieses Mal gibt es ein Unmenge der Biester und diese mutieren sogar als sie Substanzen im Genlabor schlürfen: Einer wird zum Spinnenwesen, ein anderer ein elektrischer Blitz, wieder einer zu einer Art Fledermaus usw. Das stellt natürlich hohe Anforderungen an Maskenbildern und Tricktechniker, doch die verschiedenen Gremlins (und Mogwais) sehen mal wieder fabelhaft aus.
Die Story ist dieses Mal allerdings nicht so sehr auf Spannung ausgelegt, sondern dient viel mehr als Folie für Gags und Satire. Joe Dante nutzt den Schauplatz des Towers nämlich, um sich über die moderne Unternehmergesellschaft lustig zu machen. Der Besitzer will sich stets selbst vermarkten, seine Untergebenen buhlen um seine Gunst und jedweder Müll wird in dem Gebäude installiert, damit es nach High-Tech wirkt – selbst wenn es nicht funktioniert oder albern wirkt. Da sind die Gremlins als instinktgetriebene Horde natürlich der perfekte Gegensatz und Dante nutzt jede sich bietende Chance, damit die Neureichen ihr Fett wegbekommen.
Doch auch der simple Slapstick findet sich in zahlreicher Form, vor allem bei den Übergriffen der stets wild brüllenden Gremlins, die hier sogar (je nach Fassung) entweder den Projektorraum im Kino übernehmen oder den Kanal wechseln. Ebenfalls sehr gelungen sind die Momente, in denen Gizzmo sich an „Rambo II“ orientiert um mit Stirnband und selbstgebautem Bogen gegen die Gremlinplage vorzugehen oder der Moment, in denen die Gremlins über einen Filmkritiker herfallen, der den Erstling niedermacht.
Leider hat „Gremlins 2“ auch merkliche Schwächen. So ist der Horroranteil des Erstlings an sich nur auf das fieselige Aussehen der Biester, doch die Attacken der kleinen Monster sind hier zum Lachen und nicht mehr zum Fürchten, was den Spannungspegel doch senkt. Zudem kippt Dantes Film teilweise zu sehr in den Bereich des heillosen Klamauks, sodass die Gags eher peinlich als witzig wirken (z.B. der knutschsüchtige Gremlin oder der Tomatenmutant). Angesichts der vielen treffsicheren Gags (köstlich ist auch die Fernsehdebatte mit dem sprechenden Gremlin) und der intelligenten Satire schmerzen derartige Flachheiten natürlich.
Neben den randalierenden Monstern sind die menschlichen Darsteller zwar nur zweite Geige, doch sie machen ihre Sache gut. Zach Galligan, Phoebe Cates, Dick Miller und Jackie Joseph überzeugen in den gleichen Rollen wie im Vorgänger und auch die neuen an Bord spielen ihre bewusst klischeehaften Parts (selbstherrlicher Millionär, schleimiger Sicherheitschef etc.) ziemlich gut. Vor allem Christopher Lees Auftritt als grausamer Laborleiter ist klasse.
„Gremlins 2“ ist nicht ganz so spannend wie der erste Teil und teilweise sehr klamaukig, hat dafür viele satirische Momente und noch mehr Gags zu bieten. Gelungene Comedyunterhaltung mit den Anarchobiestern, wenn auch mit Schwächen.