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Red Riding Hood“ ist für ein Erstlingswerk, in diesem Fall von Regisseur Giacomo Cimini, ein durchaus sehenswerter, interessanter Streifen. Erzählt er doch die Geschichte von Rotkäppchen in der etwas härteren, blutigeren, wenn auch nur angeschnittenen Version. 

Die Story ist eigentlich schnell erzählt. Die hochintelligente und gebildete, jedoch allein lebende 12-jährige Jennifer wird eines Tages von einem Besuch ihrer Großmutter überrascht, welcher aufgrund des Verschwindens ihrer Mutter das alleinige Sorgerecht zugesprochen bekommen hat. Diese will sie natürlich sofort mit nach New York schleppen, was der jungen Dame überhaupt nicht in den Kram passt.Nun bleibt für Jennifer und ihren Gefährten George nicht mehr ganz soviel Zeit um all die Ungerechtigkeiten dieser Welt in aller Ruhe zu rächen, weil ja Omi ständig dazwischen funkt - alleine schon durch ihre blanke Anwesenheit. Damit dies ein Ende nimmt, musst Omi zum Schweigen gebracht werden. 

Die Geschichte ist durchaus schön anzusehen und erinnert doch ein klein wenig, nicht zuletzt auch durch die nette Anspielung auf „Misery“, an den gleichnamigen Film. Großmütterchen kann einem dabei schon richtig Leid tun. Aber auch die diversen Racheakte durch Jennifer und ihrer doch sehr stillen und irgendwie unsichtbaren Partner und besten Freund sind sehr gut anzusehen. Diebe, Ehebrecher und alle die nicht dem geordneten Weltbild Jennifers, getreu auch dem Motto ihres verstorbenen Vaters, entsprechen, werden kurzerhand aus der Welt geschafft. Sauber, gründlich und ohne Spuren zu hinterlassen. Klar birgt der Film ein Gehemnis, welches für Genrefans nichts besonderes sein sollte - wird aber hier trotzdem nicht verraten.
An manchen Stellen wirkt der Film jedoch irgendwie zu unecht, wie z.B. in der Krankenwagen Szene, bei der man denkt man hätte versehentlich die Vorspulknopf betätigt. Auch das etwas konfuse Finale wirkt dann doch etwas unpassend und irgendwie unfreiwillig komisch - überlässt jedoch der Phantasie des Betrachters die Ehre sich das Ende selbst zusammen zu reimen.
Hingegen ist die Atmosphäre in den dunklen Straßen Roms sowie das gesamte Szenario durchaus gelungen. Auch die etwas blutigeren Szenen wirken gut, aber gleichzeitig nicht übertrieben. 

Die noch sehr junge Hauptdarstellerin Susanna Satta in der Rolle der Jennifer konnte mich hierbei in ihrem ersten und bis dato einzigen Film durchaus überzeugen. Auch Großmutter Rose, gespielt von Kathleen Archebald ist durchaus gut anzusehen. Hingegen war jedoch Roberto Purvis als Tom nicht so ganz mein Fall. Weitere Schauspieler sind halt bestenfalls als Nebenrollen zu bezeichnen, da der Film davon nicht gerade viele besitzt. Was auch nicht weiter Tragisch ist. 

Im Endeffekt ist „Red Riding Hood“ ein durchaus Sehenswerter und auch spannender Horror-Thriller, an dem mich am meisten die gute Atmosphäre und die Leistung der jungen Hauptdarstellerin überzeugen konnte, mimt sie doch die fiese und miese kleine Göre hervorragend. Zwar mag dabei die Story etwas durchsichtig erscheinen und somit auch nichts Neues bieten, ist der Film jedoch allemal für einen netten Videoabend zu empfehlen.

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