Ein künstlicher Junge mit künstlichen Gefühlen soll einem Ehepaar den im Koma liegenden Sohn ersetzen. Der leibliche Sohn erwacht jedoch und der Robi-Junge wird im Wald ausgesetzt, da er eine Gefahr für seinen "Bruder", für den der Zuschauer ganz gelenkt keine Sympathie aufbringen kann, zu sein scheint. Es folgt ein Sci-Fi-Märchen um Gefühle und Moral usw. das optisch nett daherkommt, aber erfolgreich zu enttäuschen weiß.
Wie eigentlich alle seiner neueren Filme lebt der Film von einem großen Namen und einem Publikum, das so ignorant ist, dass es sich alles schönreden kann, da es ja ein Spielberg ist und dann muss es ja toll sein. Ein anständiger Thriller wie in den Anfangszeiten von Herrn S. ist wohl nicht mehr zu erwarten, da der Duft des Geldes ihn dazu zu treiben scheint, sich einen eigentlich guten Stoff zu krallen und ihn für die Popcorn-Zombies aufzubereiten. Der Film wäre ja gar nicht so schlecht, wenn man ihn rechtzeitig ausschalten würde, bzw. wenn er ohnehin rechtzeitig enden würde (was ein jüngerer Spielberg vielleicht auch getan hätte). Aber nein, das schmierige und ekelhaft aufgesetzte Ende, das ich nur auf einen Deal Spielbergs mit der Papiertaschentuchindustrie zurückführen kann, kommt und treibt einem den guten Willen, mit dem man den Film bislang begegnete, gründlich aus. Ich sage nur: "Einen Eimer für Monsieur!"
Gelungen ist die Sequenz mit dem Flesh-Fest, auf dem Roboter zur Belustigung der Menschen zerstört werden. Der Zuschauer soll sich fragen, wer eigentlich "menschlicher" ist, die Roboter oder die zerstörungsgeilen Menschen? Das ist für die vorwiegend pädagogischen und aufgrund des Mainstreams versagenden philosophischen Absichten des Films wichtig. Egal, die Party ist super und wenn es solche Festivals in der Zukunft geben sollte, wäre das schon ein Grund das Atmen nicht aufzugeben, da auf der Bühne MINISTRY zu sehen sind und einen anständigen Auftritt hinlegen.
In den Händen Kubricks oder eines Anderen, der seine Seele nicht verkauft hat, wäre aus dem Stoff sicherlich mehr geworden.
Fazit: Etwas für Spielberg-Fans, die sich für alles begeistern können, was ihm der einstige Meister vorsetzt.