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„A.I.“ ist die Abkürzung für „Artificial Intelligence“, was auf Deutsch „Künstliche Intelligenz“ bedeutet. Es ist die Bezeichnung für den schon langwierigen Versuch der Menschheit, Maschinen und Computer „denken“ zu lassen. Dies ist der Menschheit in Spielbergs Film gelungen, denn es gibt dort Roboter für alle möglichen Lebenslagen, die halbwegs selbstständig tätig sind. Spielberg geht in diesem Film der philosophischen Frag nach, ob Roboter denken und fühlen können und ob Menschen diese Gefühle erwidern können. So wird in diesem Film ein Robotermodell eines Kindes namens David (Haley Joel Osment) gebaut, das es kinderlosen Paaren ermöglichen soll, so etwas wie eine Familie zu haben. Nachdem dies in dieser Familie nicht funktioniert, geht David auf eine lange Odyssee, auf der Suche nach Liebe und auf der Flucht vor eine drohenden Verschrottung.

Die Entstehungsgeschichte von „A.I.“ ist interessanter als der Film selbst. Der Stoff war das Steckenpferd von Regie-Altmeister Stanley Kubrick, der es aber zu Lebzeiten aufgrund der mangelnden Special Effects nicht verfilmen konnte. Als die Effektschmieden Hollywoods so weit waren, Kubricks Visionen zu visualisieren, starb Kubrick. Sein Freund Steven Spielberg nahm sich des Stoffes an. An den Stellen, an denen Kubricks Ausführungen dünn waren, brachte sich Herr Spielberg ein, während doch immer Kubricks Vision im Blick hatte. Mit einem immensen Aufwand wurde die fantastische Geschichte mit vielen Special Effects und einer beeindruckenden Besetzung inszeniert. Tatsächlich kann man dem Film visuell kaum Vorwürfe machen. An manchen Stellen wirkt der Film kalt, während andere Szenerien grell und verspielt wirken. Die Umgebung wirkt somit einerseits realistischer als in Spielbergs „Minority Report“, der die Welt der Zukunft allerdings mit einer guten Portion Dreck darstellte. Auch die Besetzung kann überzeugen. Absolut hervorzuheben ist der junge Haley Joel Osment, der nach seinem Geniestreich in „The Sixth Sense“ ein weiters Mal glänzen konnte. Er hatte mit der Verkörperung eines „jungen“ Androiden mit Gefühlen die schwierigste Aufgabe, die er dennoch mit Bravour löst. An keiner Stelle wirkt sein Verhalten aufgesetzt. An seiner Seite ist über weite Strecken des Filmes der Brite Jude Law zu sehen, der ebenfalls einen Roboter spielt. Seine Rolle ist (wie der Rollenname „Gigolo Joe“ schon vermuten lässt) ganz anders ausgelegt, als die von Osment. Sein Androide ist ein Aufschneider, der dafür gebaut wurde, menschliche Frauen zu beglücken. Dabei wirkt er wie eine Art Fred Astaire des Cyberpunk. Auch die anderen Darsteller machen ihre Sache durchaus gut. Was bisher einfach nur gut klingt, hat aber dennoch einen Haken.

Zwar klingt die Story durchaus interessant, doch sie wird von Spielberg zu pathetisch umgesetzt. In diesem Androidengetriebe ist eindeutig zu viel Schmalz. Vielleicht war dies auch die Intention von Stanley Kubrick, doch auch dieser hat ja bekanntlich nicht nur gute Filme inszeniert. Dabei gibt es durchaus einen Punkt, in dem man den Film besser hätte enden lassen können. BEGINN SPOILER: Nachdem David in dem U-Boot im Wasser eingefroren wurde, hätte Schluß sein können. Stattdessen wird er 1000 Jahre später von einer Robotergeneration (dies erfährt man nur im Making Of, denn sie sehen aus wie Außerirdische) aus seinem eisigen Gefängnis befreit. So hat die Möglichkeit einen Tag mit seiner geklonten „Mutter“ zu verbringen. ENDE SPOILER. Das „erste Ende“ hätte den Zuschauern genügend Interpretationsspielraum gegeben. Der gesamte letzte Akt wirkt in seiner Art hinzugefügt und lässt den gesamten Film unhomogen wirken. Insofern wäre weniger hier mehr gewesen. Wen das nicht stört und gegen ein wenig Pathos und philosophischen Ansätzen nicht allergisch ist, der kann hier immer noch einen interessanten Film erleben.

Fazit:

6/10

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