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Haley Joel Osment ist ein Roboter, der Gefühle empfindet und sich wie ein kleiner Junger verhält, da er eine Art "Kinder-Ersatz" sein soll. Doch als er dann bei einer Familie landet, deren totgeglaubtes Kind wieder gesund wird, kommt zur kindlichen Eifersucht um die Gunst der Mutter und Osment wird infolge dessen ausgesetzt. Da herrenlose Roboter verfolgt werden, muss er fliehen, wobei er den Roboter Jude Law kennen lernt, der ihn begleitet. Er macht sich auf die Suche nach der blauen Fee aus Pinocchio, da er glaubt, dass diese ihn in einen echten Jungen verwandeln kann.
Die Story ist nicht schlecht und erinnert ein wenig an die modere Adaption der Pinocchio-Geschichte. Es gibt Wendungen, die am Anfang die Dramatik steigern, zum Ende hin aber zunehmend ungeschickter werden.
Der Anfang des Films ist sehr vielversprechend, besser hätte er kaum sein können. Spielberg veranschauligt gut, wie schrecklich die Idee der künstlichen Maschine eigentlich ist, wobei die Idee ja auch nicht gerade neu ist, man denke nur an Blade runner oder den 200 Jahre Mann. Die Respektlosigkeit, mit der Osment begegnet wird, kann den Zuschauer direkt reizen. Der Mittelteil geht noch einigermaßen. Während sich der Anfang nur mit Osment und seinem Schicksal beschäftigt, wird in der zweiten Hälfte das Leben vieler Roboter in der futuristischen Gesellschaft analysiert und dabei vor allem auch der "mechanische Stricher" Jude Law vorgestellt, der zusammen mit Osment auf die Suche nach der blauen Fee aufbricht. Das Ende ist wirklich dämlich. Die Geschichte erinnert nur noch an ein melancholisches Märchen und enthält sowohl langweilige Wendungen, als auch einen übertrieben nostalgischen Stil. Osment überlebt die zweite Eiszeit und wünscht sich seine Mutter wieder. Das Schicksal geht dem Zuschauer durch die Melancholie einfach nicht mehr nahe.
In die Tiefe geht der Fim schon. Der Roboter ist sehr menschlich, ist aber darauf programiert, dass er nicht altert, weswegen ihm seine kindliche Naivität den ganzen Film über im Weg steht. Jude Law schläft für Geld mit Frauen, scheint dies aber gern zu machen. Auch die Welt der Roboter wird gut dargestellt und zugleich wird kritisiert, wie grausam die Roboter von den Menschen behandelt werden. Leider fehlt vor allem im Mittelteil der nötige Biss und der nötige Sarkasmus, weswegen die Kritik im Laufe des Films untergeht.
Die Filmmusik passt sich dem Geschehen gut an und wird am Ende ebenfalls nervig melancholisch. Die Kulisse ist sehr futuristisch und beeindruckend, der Film kann optisch einiges bieten. Auch die Oscar-Nominierten Effekte sind gut gelungen, können die langweilige zweite Hälfte des Films aber kaum unterhaltsamer gestalten.
Haley Joel Osment liefert eine sehr überzeugende Leistung ab und beweist nach "the sixth sense" und "forrest gump" erneut, dass er eines der größten Nachwuchstalente in Hollywood ist. Jude Law spielt die Rolle des Roboters gut, wirkt aber zu feminin. William Hurt ist brilliert in einer Nebenrolle.
Stephen Spielberg liefert mit A.i. einen seiner schwächsten Filme ab, nach "Schindlers Liste" und "der Soldat James Ryan" hätte ich mir von ihm ein spannenderes und vor allem konsequenteres und kompromissloseres Werk erhofft.
Zusammenfassend ist A.i. -Künstliche Intelligenz ein mittelmäßiges Sci-fi-Drama mit guten Darstellern und einem ernsten Thema, dass jedoch, vor allem in der zweiten Hälfte, nur noch langweilen kann.

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