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Special-Effects-Feuerwerk von Steven Spielberg...
In einer Zeit, in der die Polkappen schon längst geschmolzen sind, entwickelt der Professor Hobby (William Hurt) in einem Labor den ersten Robotor mit menschlichen Gefühlen, David, (Haley Joel Osment), der auch die Liebe spüren kann. Er soll einer Familie, deren Sohn seit 5 Jahren im Koma liegt, als Adoptiv- und Ersatzkind dienen. Nach einigen unglücklichen Vorfällen, die David verursacht hat, sind seine Eltern überfordert, mit dem intelligenten Roboter umzugehen. Dann wacht auch noch Martin, ihr echter Sohn, aus dem Koma auf und es entstehen Rivalitäten unter der ungleichen Brüdern. Deswegen wollen die Eltern ihr Adoptivkind loswerden. Da aber in dem Vertrag steht, dass David, wenn er von einer Familie an die Firma geprägt zurückgegeben wird, zerstört wird, setzt die Mutter ihn aus. David nimmt sich von da an vor, die blaue Fee zu finden, die ihn zu einem richtigen Menschen machen könnte, damit ihn seine Mutter endlich richtig lieb hat. In dem Gigolo Joe (Jude Law) findet David einen Verbündeten und gemeinsam mit einem Spielzeugbär machen sie sich auf die Suche nach der blauen Fee und den Erschaffern Davids...
Viele sagen, "A.I." ist so genial, er könne sogar vom Regiemeister Stanley Kubrick sein. Dem pflichte ich sogar teilweise bei, doch nicht Kubrick hat Regie, sondern niemand geringeres als Steven Spielberg. Und dieser schafft es mal wieder, den Film mit reichlich Kitsch anzuhauchen, was ihn sicher nicht besser macht. Bilder wie das New York, das im Wasser steht, sind einfach genial, sogar ein bisschen beängstigend. Doch Dinge wie ein gewisser Dr. Know passen dann einfach nicht zu solchen Bildern. Entweder Spielberg dreht gleich einen kitschigen Film oder er ändert halt einfach mal seinen Stil und macht einen eher schwerer zugänglichen Film. Letzteres ist teilweise auch der Fall, finde ich. Manche Szenen sind schon schwer zuzuordnen und völlig Spielberg-untypisch. Aber ein Spielberg wär nicht ein Spielberg, wenn er nicht die nötigen Dinge in eines seiner Werke bringen würde, die den kommerziellen Erfolg nicht sichern würden. Ich bin absoluter Spielberg-Hasser, Filme wie "Der Soldat James Ryan" müssen einfach nicht sein. Da war ich dann mit "A.I." dann schon mehr überrascht, er hätte mich sogar ein bisschen überzeugen können, würde er nicht phasenweise in seine Schwäche zurückfallen, dem Kommerz.
Die Schauspieler sind ok, Haley Joel Osment spielt wie immer überzeugend, aber seine guten Leistungen sind halt eben nicht mehr so überraschend wie die in "Sixth Sense", da Haley ja mittlerweile schon eine feste Größe in Hollywood ist. Außer Haley alias David tritt sonst fast kein Schauspieler eine längere Zeit auf, deswegen ist der Film total auf Osment zugeschnitten.
Der Film ist, wie oben schon erwähnt, für Spielberg-Verhältnisse ab und zu recht düster, sogar beängstigend, aber andererseits natürlich auch kitschig. Ein anderer Regisseur hätte vielleicht sogar etwas mehr bewirken können, der kommerzielle Erfolg hätte dadurch aber wahrscheinlich nachgelassen, da nicht solch eine Größe wie Spielberg am Film beteiligt gewesen wäre.
Die Story ist zwar nicht unbedingt neu, aber die Ausführung und Aufmachung ist großartig. Der Film hat eigentlich sogar 2 verschiedene Hälften. Bis zu dem Zeitpunkt, wo David ausgesetzt wird, wird außer zu Anfang auf jeglichen Special-Effect verzichtet. Erst durch das Auftauchen Joes wird "A.I." ein wirklicher Science-Fiction-Film.
Die Musik passt zum Film, sie unterstreicht meist die Abläufe, die im Film gerade passieren.
Man kann sagen, dass "A.I." schon ein ganz ansehnlicher Film ist, bei dem man sogar vermuten könnte, dass auch ein vermeintliches Regie-As wie Spielberg bei solchen Genies wie Kubrick klauen möchte, doch wäre der Meister selber auf dem Regiestuhl gesessen, was ja logischerweise utopisch ist, hätte der Film vielleicht ne FSK 16 Freigabe bekommen, doch er wäre überzeugender geworden. Der Film wäre einfach flüssiger und einheitlicher als er unter der Regie Spielbergs ist. Der Meister ist aber leider tot, kann nicht Regie führen und deswegen hat das Spielberg gemacht. Daher gerade mal 7/10 Punkte.

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