Alle Kurzkommentare


7

"A.I." verbindet Ideen des Kinderbuchklassikers "Pinocchio" mit der futuristischen Zukunftswelt eines "Blade Runner". Was sich hochinteressant anhört erweist sich leider im zweiten Teil der Geschichte etwas langatmig und monoton. Die erste Häfte des Films fesselt jedoch durch die spannenden Grundidee und die intensive Darstellung Haley Joel Osments, der schon in "The Sixth Sense" sein Können unter Beweis stellte. Etwas stereotyp und vorhersehbar wirkt im späteren Verlauf der unvermeidbar scheinende "Geschwister"-Konflikt. - Nicht alles, wo Science-Fiction und Spielberg drauf steht, erreicht die Klasse eines "E.T.", zum Nachdenken regt der Film aber dennoch an.

4

Es beginnt wie ein starker Kubrick und endet wie ein schwacher Spielberg. Die erste Hälfte von A.I. ist kalt und düster, die zweite kitschig und sentimental. Spielberg wollte mit der SciFi-Variante von PINOCCHIO seinem verstorbenen Regiekollegen und Freund Tribut zollen und dessen letztes Projekt unbedingt verwirklichen, doch das Ergebnis ist nur noch eine verzerrte Vision voller krasser Stilbrüche und wird keinem der beiden Meisterregisseure gerecht. Hayley Joel "Ich kann tote Menschen sehen!" Osment halte ich für eine schlechte Wahl als Kinderdarsteller in der Hauptrolle, denn er kommt nur gruselig rüber und nicht allzu liebenswert. Da seine Liebe für die Mutter an kranke Besessenheit grenzt, erübrigt sich auch jegliche Spekulation darüber, ob künstliche Wesen empfinden könnten bzw. ob Gefühle programmierbar sind. Das ist so ein Fall, wo die kurze SIMPSONS-Parodie zu Halloween besser ist als die Filmvorlage selbst.

2

Direkt einmal vorweg: Ich würde mir den Film kein zweites Mal freiwillig anschauen. Diese rührselige Mischung aus Drama und Science-Fiction-Film ist Herrn Spielberg dermaßen misslungen, dass einem die Tränen schon nach einer halben Stunde in den Augen stehen. Jedoch nicht Tränen der Rührung sondern Tränen der Enttäuschung, dass man für diesen Streifen teures Geld förmlich zum Fenster hinaus geworfen hat. Nicht nur, dass einem Jungdarsteller Haley Joel Osment mittlerweile in jedem zweiten Film begegnet (der – nebenbei bemerkt wirklich sehr talentierte – Junge wird einfach durch zu viele Produktionen verheizt), auch die schauspielerische Leistung von Jude Law lässt doch sehr zu wünschen übrig. Für mich unverständlich, dass dieser Film so gute Kritiken bekommen hat, da gibt’s auf dem Markt bedeutend bessere Filme, die diese beiden Genres eher verstehen, zu vereinen.

6

"A.I. - Künstliche Intelligenz" ist für eine Mainstream-Produktion durchaus ein Wagnis, denn der Film kommt Spielberg-untypisch sperrig, roh und eigenwillig daher. Von der gelackten Glattheit eines "Minority Report" ist man hier weit entfernt, und zum Ende hin wird der Film dann gar zur abgedrehten Bilderflut à la "2001 - Odyssee im Weltraum". "A.I. - Künstliche Intelligenz" ist vielleicht nicht so überragend wie der Stoff es hatte hoffen lassen, aber dennoch allemal sehenswert.

Kritik verlinken oder schreiben
Details
Ähnliche Filme