Review

Sergio Leone und der Western, eine Klasse für sich. Nicht anders verhält es sich bei Leones drittem Teil der Dollar-Trilogie.


Ein Mann mit unbekannten Namen, immer nur „Der Blonde“ genannt (Clint Eastwood) und sein „Partner“ Tuco (Eli Wallach) verdienen ihr Geld auf etwas ungewöhnliche Weise.
Tuco wird von dem Blonden immer an den Galgen gebracht, kassiert das Kopfgeld um ihn später dann wieder vom Galgen zu schießen. Danach teilen sie die Beute. Doch irgendwann beendet der Blonde diese Zweckfreundschaft. Freunde sind der Blonde und Tuco wahrlich nicht. So lässt der Blonde Tuco in der Wüste stehen, dieser schwört blutige Rache. Und wie es immer so ist, trifft man sich auch wieder, nur diesmal schleppt Tuco den Blonden durch die Wüste, um ihn qualvoll sterben zu lassen. Dann aber braucht Tuco den Blonden. Tuco weiß, dass auf einem Friedhof ein Schatz mit 200.000$ liegt, doch nur der Blonde hat von dem sterbenden Bill Carson erfahren, in welchem Grab es liegt. So entsteht wieder eine Zweckfreundschaft. Tuco kennt den Ort, der Blonde das Grab und keiner ist gewillt, sein Geheimnis zu verraten. Doch nicht nur die beiden sind hinter dem Schatz her, auch der Auftragskiller Sentenza (Lee van Cleef) erfährt von dem Schatz und macht sich ebenfalls auf die Suche danach. Es dauert nicht lange, bis sich alle drei das erste Mal begegnen. Und es war sicherlich nicht die letzte Begegnung....


Also Sergio Leone macht mich noch zum Westernfan. Wie schon in seinem Meisterwerk „Spiel mir das Lied vom Tod“ schafft es auch Leone hier, den Zuschauer fast drei Stunden am Stück zu unterhalten. Dabei ist „The good, the bad and the ugly“ nicht weniger unterhaltend oder spannend, ganz im Gegenteil.
Ähnlich spektakulär wie in „Spiel mir das Lied vom Tod“ gibt es auch hier eine ca. zehnminütige Eröffnungssequenz, in der kein Wort gesprochen wird. Die Bilder von Leone sprechen für sich. Selbst in der Einführung von Eli Wallach als der Hässliche, wird kein Ton gesprochen.
Eli Wallach in der Rolle des Tuco ist großartig. Er bringt Humor in den Film, den man z.B. bei „Spiel mir das Lied vom Tod“ vergeblich sucht. Tuco hat nicht immer das Glück auf seiner Seite, vielmehr hat er immer wieder Pech, wenn er kurz vor dem Ziel steht. Aber genau das macht ihn sympathisch.

Weniger sympathisch ist da schon Lee van Cleef in der Rolle des Killers Sentenza. Sentenza ist ein Mann ohne Gefühle, der jeden Job ohne zu zögern ausführt, dabei jeden umbringt, der ihm im Weg ist. Aber auch van Cleef ist passend besetzt als Bösewicht in Leones Film.

Last, but not least natürlich Clint Eastwood als der namenlose, wortkarge Fremde. Der Blonde ist weniger geschwätzig als Tuco, dafür cooler und schlauer. Und Eastwood spielt auch diese Rolle des Fremden beeindruckend.
Insgesamt sind alle drei perfekt in ihren Rollen. Leone wusste wohl ganz genau, wer der richtige für die Rolle ist. Eine Starbesetzung par excellence.

Hinzu kommt natürlich Musik von Ennio Morricone. Selbst wenn man noch nie was mit Western zu tun hatte, gerade diese komponierte Musik von Morricone kennt wirklich jeder. Sie ist immer wieder im Film zu hören, besonders bei wichtigen Szenen oder abschließenden Kapiteln. Wieder ein Wahnsinnsscore von Morricone.

Wie so oft bei Leone braucht man hier auch Sitzfleisch, immerhin geht der Film fast drei Stunden. Leone hat sich Zeit gelassen, es dauert schon eine Weile, bis wirklich alle Protagonisten namentlich genannt werden. Tuco, der Hässliche, Sentenza der Böse, der Blonde der Gute. Dafür gibt es aber phantastische Bilder von Leone, besonders wenn Tuco zum ersten Mal auf dem Friedhof steht und die Gräber absucht. Die Kamera dreht sich im Kreis, wird immer schneller und schneller.
Und natürlich gibt es ein furioses Finale, nur diesmal mit drei Protagonisten. Und wieder beweist Leone, was für ein Meister er doch ist. Bilder, Musik, es stimmt einfach alles, wenn sich alle drei gegenüberstehen. Wer wird gewinnen? Das Gute oder das Böse? Wie verhalten sich Tuco und der Blonde? Was ist stärker? Freundschaft? Gier? Man erfährt es in einem brachialen Finale, in dem Leone ständig die Perspektive ändert. Wir sehen Tucos große Augen, Sentenzas scharfen Blick oder vom Blonden die zusammengekniffenen Augen, so dass nur noch Schlitze übrig bleiben. Die Hände wandern langsam aber sicher zum Colt, zum finalen Schuss. Spannung pur kann man dazu nur noch sagen, man wird die Luft anhalten und nicht eher zu Atmen wagen, bis die Schüsse gefallen sind.
Und so schließt sich die Dollar-Trilogie für immer.


Fazit: „The good, the bad and the ugly“ ist ein Meilenstein des Western-Genre. Schauspieler, Atmosphäre, hier stimmt einfach alles. Jeder sollte sich dieses Meisterwerk anschauen, welches vielleicht sogar etwas zugänglicher ist als „Spiel mir das Lied von Tod“. Sergio Leones Filme sind jedenfalls Pflicht für jeden Filmfan, ob man nun Western-Fan ist oder nicht. Hier wird man es.

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