Review

Dieser Film gehört zweifelsohne zu den ganz großen Klassikern des Italo-Western und ist bis heute mein unangefochtener Lieblingswestern geblieben und hat seinen Platz in meiner Top Ten für immer sicher. Schön, dass jetzt auch im TV zumeist die restaurierte Fassung läuft, in denen ursprünglich herausgenommene Szenen wieder eingefügt wurden.

„Zwei glorreiche Halunken" erschien kurz vor Leones Meisterwerk „Spiel mir das Lied vom Tod". Im direkten Vergleich zieht letzterer in meinem internen Ranking leider den kürzeren (was aber immer noch bedeutet, dass „Spiel mir das Lied vom Tod" ein sehr guter Film ist). Beide Filme verbindet ja einige gemeinsame Elemente (z.B. eine Dreiecksgeschichte zwischen Revolverhelden), könnten aber ansonsten unterschiedlicher kaum sein. Während „Zwei glorreiche Halunken" vor Action nur so strotzt, dominieren in „Spiel mir das Lied vom Tod" die leisen Töne, aber dazu an anderer Stelle vielleicht mehr.

New Mexico 1862. Es ist amerikanischer Bürgerkrieg. Die Ganoven Joe (Clint Eastwood) und Tuco (Eli Wallach) sind ein tolles Team: Joe liefert den steckbrieflich gesuchten Tuco an den Galgen, um ihn anschließend vom selbigen wieder abzuschießen. Das Kopfgeld wird dann geteilt. Als Tuco mehr als die Hälfte verlangt - schließlich trägt er seiner Meinung nach das größere Risiko - setzt Joe ihn in der Wüste aus. Nachdem beide von einer vergrabenen Kriegskasse der Südstaatenarmee hören, raufen sie sich wieder zusammen und machen sich auf den beschwerlichen Weg durch Bürgerkriegsgebiet, um den Schatz zu heben. Der Ort: Ein riesiger Friedhof in der Einöde von New Mexico. Aber auch der Schurke Sentenza (Lee Van Cleef) hat von dem Schatz Wind bekommen und macht sich auf die Suche. Auf dem Friedhof kommt es zu einem Dreier-Showdown...

Wie im damals aufkommenden, von Sergio Leone mitbegründeten Subgenre „Italo-Western" üblich, verschwimmen hier zusehends die Grenzen zwischen Gut und Böse. Unsere drei Helden lösen zwar unterschiedliche Symphatiewerte beim Betrachter aus, habgierig und brutal sind sie aber alle drei. Die von Leones benutzten Stilmittel - knappe Dialoge und lang gezogene Szenen mit ständigem Spannungsaufbau - kommen hier das erste Mal so richtig zur Geltung. Dazu kommt der beeindruckende Gegensatz von ausschweifenden Weitwinkel- und extremen Nahaufnahmen. Besonders im Finale kommt letztere Technik gut zur Geltung, wenn abwechselnd von den Protagonisten nur die Augenpartien zu sehen sind sowie die Finger, welche langsam am Patronengurt in Richtung Pistolenhalfter entlang gleiten. Dazu wie immer der sich im Kopf festsaugende Soundtrack von Meister Morricone, der hier wohl sein Glanzstück abgeliefert hat.

Fazit: Leone hat mit diesem Film einen famosen Abschluss der Dollartrilogie hingelegt, der die beiden Vorgängerfilme fast verblassen lässt. Genial, monumental und unvergesslich!

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