Clint Eastwood spielt einen Banditen, der während des Bürgerkriegs durch diverse Gaunereien über die Runden kommt. Doch dann sagt ihm ein sterbender Mann, wo sich eine Geldkassette mit einem Inhalt von 200.000 Dollar befindet. Allerdings sind leider auch sein ehemaliger Verbündeter und ein Colonel hinter dem Geld her und keiner der Dreien ist bereit zu teilen.
Nachdem das amerikanische Western-Genre Mitte der 60er festgefahren war und kaum neue Ideen liefern konnte, schaffte es Regisseur Sergio Leone mit seiner "Dollar-Trilogie" (Für eine Handvoll Dollar, für ein paar Dollar mehr, zwei glorreiche Halunken) das ganze Genre mit seinen einzigartigen Italo-Western zu revolutionieren. Mit einer, bisher kaum da gewesenen Brutalität und einem einzigartigen, rabenschwarzen Humor, änderte er den modernen Western grundlegend. Dieser Stil erinnert sehr an Quentin Tarantinos Werke, der "Zwei glorreiche Halunken" als seinen Lieblingsfilm bezeichnet.
Die Story ist gut, wenn auch ziemlich schlicht gehalten. Der Film konzentriert sich beinahe ausschließlich auf die 3 Haupt-Charaktere, die versuchen an die Kassette zu kommen. Während in den amerikanischen Western hauptsächlich furchtlose Helden in den Hauptrollen fungierten, sind die Hauptcharaktere in diesem Film liebenswerte, aber knallharte Banditen, die vor nichts zurückschrecken. Die Dialoge sind meist spannungssteigernd und enthalten oftmals eine staubtrockene und bitterböse Ironie. Darüber hinaus sind die wichtigsten Elemente eines gelungenen Westerns im Film enthalten. Außerdem wird der amerikanische Bürgerkrieg mit in die Handlung integriert. Die Wendungen sind gut und können die Spannung vor allem zum Ende hin steigern. Wahnsinnig viel Tiefe hat die Story aber leider nicht.
Der Film läuft erst einmal sehr langsam an und stellt die drei Hauptfiguren, die als der Gute, der Böse und der Hässliche bezeichnet werden erst einmal einzeln vor. Der Mittelteil ist erst einmal lustig und amüsant und kann deshalb anfangs keine Spannung aufbauen. Leider braucht er durch sein langsames Erzähltempo relativ lang, um endlich Spannung aufzubauen, wird dann in der zweiten Hälfte endlich aufregender. Zum Ende hin kommen dann noch ein paar Action-Szene dazu und der Unterhaltungswert steigt immer weiter. Das Finale ist spannend und gelungen.
Die Umsetzung gelingt Sergio Leone, der vorher bereits die beiden ersten Teile und "Ben Hur" in Szene setzen konnte sehr gut. Aufgrund des Alters des Films kann man zwar keine Wunder erwarten, aber ich persönlich hatte von einem Film dieses Alters nicht so viel erwartet. Die Filmmusik ist beinahe legendär und kann den Film hervorragend unterlegen. Die Kulisse zeigt gute und abwechslungsreiche Bilder vom Drehort (Spanien) und kann darüber hinaus die üblichen Western-Kulissen aufgreifen. Vor allem der Friedhof, auf dem das Finale stattfindet, ist gut gewählt und wirkt wirklich gewaltig. Die wenigen rabenschwarzen Gags sind gut dosiert, genauso wie die Action-Szenen, die vor allem gegen Ende gezeigt werden. Sergio Leone, der mit "Spiel mir das Lied vom Tod" später einen weiteren Meilenstein schaffen konnte, leistet also hervorragende Arbeit und begründete mit seinen Filmen das Italo-Western-Genre.
Clint Eastwood, der hier noch am Anfang seiner langen und erfolgreichen Karriere steht, spielt hervorragend. Er ist knallhart und gleichzeitig liebenswert und in diesem Western bestens aufgehoben und kommt überraschenderweise auch mit den lustigen Szenen zurecht. Nachdem er bereits in den ersten beiden Teilen die Hauptrolle spielte, ist dies sein endgültiger Aufstieg zur Westernlegende. Später konnte er unter Anderem mit "Dirty Harry" oder "Erbarmungslos" weitere Kult-Western liefern. Lee van Cleef spielt den brutalsten und rücksichtslosen Gangster, weshalb er auch als der "Böse" bezeichnet wird. Eben diese Rolle löst er hervorragend, zumal er für die Rolle des Bösewichts prädestiniert ist. Auch Eli Wallach leistet gute Arbeit und ist knallhart und erbarmungslos, aber auch liebenswert und amüsant. Alles in allem ist der Cast hervorragend.
Natürlich ist dieser Film einer der Besten aller Zeiten, aber meine Erwartungen hat er nicht ganz erfüllt. Ich bin weder ein Fan von Western, noch einer von Klassikern, weswegen ich dem Film auch nur 8 statt 10 Punkten gebe. Was damals neu und revulotionär war, ist mittlerweile leider überholt und auch der damals einzigartige schwarze Humor ist spätestens seit "Pulp fiction" übertroffen. Aber was damals perfekt war, ist heute alles in allem immer noch gut und unterhaltsam.
Fazit:
"Zwei glorreiche Halunken" revolutionierte das gesamte Western-Genre und lies den hervorragenden Clint Eastwood endgültig zur Western-Legende aufsteigen. Gerade deshalb ist er für jeden Film-Fan ein muss. Die Story ist gut und lieferte viele neue Ideen ins verstaubte Western-Genre. Sergio Leone setzt den Film hervorragend um und kann vor allem durch seine legendäre Filmmusik beeindrucken. Der Film ist auf jeden Fall für Fans von Western und Klassikern zu empfehlen.