Und noch so ein Buffy-Rip-off...
Das Dämonenjägerteam in diesem Film besteht aus Josh, einem Möchtegern-Bravo-Starschnitt und Alex, einer nett anzusehenden 08/15-Blondine. Diese haben die Aufgabe, das Böse (oder was auch immer) zu bekämpfen, wozu sie in einem Büro sogar extra instruiert werden. Das Böse selbst heißt Virago, schlüpft nach Belieben in menschliche Wirtskörper (in diesem Fall in eine nicht mehr ganz taufrische Russin) und überlebt am Ende sequeltauglich. Ja, das wars schon mit der Story, die sich über knapp 110 Minuten quälend langatmig hinzieht.
Der Film featured auf penetrante Weise die böse Dämonin aka Virago (Lana Piryan), die als
"Irinka Podolsky, hey, stell Dir vor, sie ist eine dieser Katalog-Bräute aus Sibirien"
vorgestellt wird und die meiste Zeit in einem lustigen Fantasy-kostüm herumlaufen darf. Sie haust mit ein paar faschingskostümierten Dienern in einem schäbigen Containerterminal und versucht mittels bedeutungsschwer vorgetragener Sätze nach Kräften, so richtig böse zu wirken - ein vergebliches Unterfangen. Dafür sorgen zum einen ihr nicht zu entdeckendes schauspielerisches Talent, zum anderen ihr entsetzlich abtörnender russischer Akzent. Trotzdem sie nicht gerade hübsch anzusehen ist bleibt dem Zuseher nicht erspart, daß sie in einer Badeszene kurz ihre wenig ansehnlichen Silikonimplantate freilegt. Eine Frau mit dem Sex-Appeal eines Sattelschleppers.
Ersatz-Buffy Alex (Tanya Dempsey) dagegen, meist bauchfrei mit schwarzem String unterwegs, darf nur kurz ihren tätowierten Rücken zeigen und Josh dazu ein "Hätte dich nie für ne Tattoo-Mieze gehalten" murmeln, mehr geht nicht in diesem glattgebügelten Langweiler für Anspruchslose. Am Schluß wachsen ihr noch Flügelchen (süß!), die sie allerdings gleich wieder verliert.
Wie kommt so ein Streifen nun zu einer verkaufsfördernden KJ-Markierung? Vielleicht wegen der Szene, in der ein gleichermaßen häßliches wie flachbrüstiges Gothic-chick einen privaten Fast-Strip vor irgendeinem Typen abzieht und ihn dann ein wenig beißt, um dem gerade wieder erwachten Zuschauer anzudeuten daß man so Mitglied des Hofstaats der schrecklich satanischen Russin wird? Ich weiß es nicht, aber meiner Ansicht nach würde eine Freigabe ab 12 Jahren völlig ausreichen.
Der Film bietet weder Spannung noch können die Darsteller irgendetwas reißen. Die CGI-Effekte sind zwar technisch sauber, aber völlig steril und emotionslos platziert. Ein paar Blitze, ein bißchen Kunstblut und Kung-Fu-Gehampel, mehr gibts nicht. Virago ist dabei jedoch weit von Trash entfernt (bis auf die Schlußszene) - dazu ist er viel zu glatt poliert aufgezogen, der Score zu stimmig. Nein, er ist einfach furchtbar langweilig.
So man das jederzeit vorhersehbare Ende ohne Einschlafen erreicht, schaut man sich den Streifen garantiert kein zweites Mal an. 2 Punkte.