Seann William Scott und Johnny Knoxville geben in Hazzard-County kräftig Gas.
Story:
Luke (Johnny Knoxville) und Bo Duke (Seann William Scott) sind nicht nur Cousins, sondern auch die besten Kumpels. Ihr Geld verdienen sie damit, dass sie in ihrem getunten Auto "General Lee" schwarzbegrannten Schnaps ihres Onkels Jesse ausliefern. Damit führen sie ein weitesgehend sorgenfreies Leben, wäre da nicht Boss Hogg (Burt Reynolds), der die beiden am liebsten für immer einbuchten würde. Zumal plant der Fießling ganz Hazzard County in ein Kohlebergwerk zu verwandeln. Logisch, dass die Dukes sich das nicht gefallen lassen können. Und wenn's mal arg brenzlig wird, haben sie ja noch immer ihre Cousine Daisy Duke (Jessica Simpson), die ihnen immer mal wieder aus der Patsche hilft...
Die Umsetzung der (mir bis dato völlig unbekannten) TV-Serie hält, was der Trailer versprochen hat: Jede Menge Gags, Action und Verfolgungsjagden. Obendrein stellt der Film auch noch eine Parodie auf das ganze Südstaaten-Hillbilly-Gehabe dar und lässt wirklich kein Klischee aus. Alles andere wäre aber auch nur ein schlechter Witz gewesen, hätte der Film sich ernst genommen.
Gehen wir mal etwas näher auf die Charaktere ein. Bo und Luke dürften zusammen einen IQ von etwa 100 haben. Für's Schnaps ausliefern langt's gerade noch, aber alles was darüber hinaus geht, fällt den beiden extrem schwer. Jedenfalls spielen sowohl Sean als auch Johnny ihre Rollen sehr gut und verkörpern ihre Charaktere glaubwürdig. Nicht viel besser sieht's mit Daisy aus. Die gleicht ihre mangelnde Intelligenz aber durch ihr sexy Aussehen (Jessica Simpson scheint wie geschaffen für die Rolle) und ihren "schlagkräftigen" Argumente wieder aus. Die übrigen Darsteller passen sich diesem Niveau entsprechend an, mal auf der guten, mal auf der bösen Seite.
Richtig gut geworden ist der Soundtrack, der vorzugsweise Rockklassiker aus den 70ern und 80ern auffährt. So dürfen u.a. AC/DC, Led Zeppelin (wenn ich mich nicht verhört habe) und andere große Bands dieser Zeit einige Hits zum besten geben. Warum nicht immer so? Schade nur, dass man den Film ansonsten nicht auch in den späten 70ern, frühen 80ern spielen lässt und die Handlung in die Neuzeit verlegt hat. Das wird zwar in Hazzard-County nicht unbedingt deutlich (kein weiterer Kommentar nötig...), aber wenn Bo und Luke in Atlanta einfallen, sehen sie schon irgendwie wie Fremdkörper aus.
Größtenteils gelungen sind auch die Gags, die sich dem Niveau des Films anpassen und größtenteils aus der unteren Schublade kommen. Es zünden zwar nicht alle, aber die meisten kommen schon gut rüber. Vielleicht hätten ein paar mehr Kracher nicht geschadet. Ärgerlich ist nur, dass man wieder mal auf ein PG13-Rating geschielt hat. Das macht zwar in dem Fall bei der Action nicht viel, verhindert aber leider, dass sich Jessica Simpsons so richtig "austoben" darf und es keine Erotikszenen gibt. Das hätte dem Film noch die richtige Würze verliehen. Für eine evtl. Fortsetzung sollte man dann vielleicht doch eher das R-Rating in Betracht ziehen.
Fazit: Eine im Großen und Ganzen gelungene Parodie auf die Südstaatenmentalität und eine ordentliche Umsetzung der TV-Serie. Mehr Gags und eine freizügigere Daisy für eine Fortsetzung, dann klappt's auch mit der Höchstnote. Bis dahin: Yeeee-haaaaw!
8 von 10 Punkten