Review

Sean William Scott und Johnny Knoxville als Hauptdarsteller in einem Remake zu einer bei uns (und mir) eher unbekannten 80er Redneck Serie. Bereits 1997 und 2000 zogen die Dukes aus Hazzard zwei TV-Filme nach sich. Jetzt startet das Remake mit neuer Besetzung und neuem Regisseur.
Jay Chandrasekhar war bisher allenfalls durch die Blödelei "Super Troopers" in Erscheinung getreten und durfte sich hier zum ersten Mal richtig austoben.

Was dabei rausgekommen ist, ist ein rasanter Mischmasch aus Action-Komödie und Dirty South Persiflage.

Bo (Scott) und Luke (Knoxville) Duke sind zwei ardrenalinbedürftige Hinterwäldler aus dem Kuhkaff Hazzard. Keine Schlägerei, kein Schusswechsel, keine Verfolgungsjagd lassen die beiden sausen. Immer in die Vollen ist das Motto der Duke-Cousins. Während sich Luke mit aller Inbrunst der Schürzenjägerei widmet, steckt Bo alles Herzblut in seinen orangefarbenen Dodge Charger 500, den er liebevoll `General Lee` getauft hat. Dieses Geschoss soll ihm auch dieses Jahr zum fünften Mal in Folge den Sieg bei der Hazzard County Straßenrallye bescheren. Doch bis der Startschuss fällt, muss sich die Duke-Sippe (zu der unter anderem auch noch die dralle Daisy alias Jessica Simpson gehört) mit dem aalglattem Gauner Hogg (Burt Reynolds), dem Sheriff und diversen anderen Problemen auseinandersetzen....

Was dem Zuschauer in den gut 100 Minuten geboten wird, ist allem Voran eine Demonstration, welche und wieviele halsbrecherische Stunts man mit dem Dodge hinlegen kann. Bis auf eine Ausnahme (Kneipenschlägerei) beschränken sich nämlich alle Actionsequenzen auf Verfolgungsjagden, Rennen oder wildes Durch-die-Gegend-brettern. Versteht mich nicht falsch, diese Szenen, in denen der Dodge meterweit durch die Luft segelt oder einen Kreisverkehr im 360 Grad Slide nimmt sind das Beste das der Streifen zu bieten hat! Teilweise sind wirklich atemberaubende Einstellungen dabei und da ist es ja eh egal, ob dieser oder jener Eye-Catcher die Handlung vorantreibt....

Diese beschränkt sich sowieso aufs aller Wesentlichste. Daher kann man die Story bestenfalls als fade Beilage betrachten. Tausendmal verfilmt, und von der ersten Minuten voraussehbar, duddelt das Skript vor sich hin. Nicht weiter schlimm, immerhin gibt es genug gute Komödien, deren Story auf eine Postkarte (Briefmarke?) passt.

Aber jetzt kommt das große Manko, dass nicht einmal das Duo Scott/Knoxville ausbügeln können. "The Dukes of Hazzard" weiss einfach nicht in welche Richtung es zielen soll.
Will man uns hier eine Komödie bzw. eine Persiflage auf die Serie präsentieren? Nein, dazu bleibt der Humor zu unausgereift. Richtig gute Lacher muss man mit der Lupe suchen (der Beuteltierhelm). Wie mans richtig macht... man hätte vielleicht mal das "Starsky & Hutch"-Remake sichten sollen.
Oder solls doch ein lustiger Actionstreifen sein? Dazu fehlt, wie bereits erwähnt das Skript und der Einfallsreichtum im Actionbereich. Denn so leid es mir tut, beim zehnten "unmöglichen" Manöver, das Bo Duke im Dodge vollführt, kann man sich ein leises Gähnen nicht mehr verkneifen...

Trotz geringer Erwartungen erreicht "Ein Duke kommt selten allein" allenfalls einen Platz im hinteren Mittelfeld. Schauspielerisch enttäuscht vorallem Sean William Scott, dessen unablässliches Jauchzen hinterm Steuer enorm auf die Nerven geht. Knoxville bleibt im Rahmen seiner Möglichkeiten und hinterlässt immerhin einen sympathischen Eindruck. Die weiteren Rollen sind leider kaum der Rede wert... Jessica simpson beweist in knappen Outfits bzw. halbnackt, dass sie ein heißer Feger ist und ein gealterter Burt Reynolds ist beinahe noch unerträglicher als das junge "Schlitzohr".

So genug rumgemeckert. "The Dukes of Hazzard" ist kein Totalausfall, aber auch nichts, für das man mehr als die DVD-Leihgebühr investieren sollte. Am besten mit ein paar Kumpels und nem Kasten Bier - dann könnte das wilde Treiben auch wirklich Spass machen.

Es war jedenfalls mehr drin, aber die Geschichte der Dukes schaffts gerade noch in den erträglichen Bereich. 4/10 Punkten gibts für die teilweise knackige Action und die schön unrealistischen Autostunts, sowie vereinzelte treffsichere Gags.

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