Das weckt Erinnerungen an eine Serie, die ich als Kind häufig sah: „Die Bären sind los“.
Die Baseballregeln konnte ich zu der Zeit zwar nie durchschauen, aber sympathische Figuren spielten mit, wie Jack Warden als Coach und Tricia Cast als Amanda.
Der Originalfilm mit Walter Matthau hat auch schon rund 30 Jahre auf dem Buckel, so wird es für Hollywood mal wieder Zeit für ein überflüssiges Remake.
Morris Buttermaker, Ex-Baseball-Spieler, hält sich mit einem Job als Kammerjäger über Wasser, da kommt ihm das Angebot, ein Junior-Baseball-Team zu coachen, gerade recht. Doch leider haben die Jungs nicht die leiseste Ahnung vom Spiel, so dass Buttermaker neben Dosenbier auch auf die Hilfe seiner Stieftochter Amanda und Motorrad-Rowdy Kelly zurückgreifen muß…
Mittlerweile habe ich die Regeln des Spiels verstanden, welches hierzulande beim Schulsport vereinfacht „Brennball“ genannt wird. Und folglich dreht sich auch alles um den Sport und die Gurkentruppe der „Bears“, die mit jedem Spiel besser werden, um in einem etwas zu lang geratenen Endspiel gegen die Favoriten der Yankees bestehen zu können.
Billy Bob Thornton erweist sich als gute Wahl für die Rolle des Trainers. Ein Versager, wie er im Buche steht: Bier trinkend und mit Zigarre im Mundwinkel lässt er die Spieler beim ersten Match im Regen stehen, nur langsam weicht im Verlauf der Saison sein allgemeines Desinteresse einem leichten Enthusiasmus.
Hin und wieder gibt er ein paar zynische One-liner von sich und erinnert damit ein wenig an seine Rolle von „Bad Santa“ in abgeschwächter Form.
Leider kommen die übrigen Charaktere ziemlich oberflächlich und klischeebeladen daher: Vom Dicken, der beim Laufen kaum Luft bekommt, über den Rolli-Fahrer, der auf seinen wichtigen Einsatz beim Endspiel wartet. Der Rüpel, der natürlich der Kleinste ist, aber die größte Klappe hat, bishin zum Außenseiter, dessen Mutter alle Probleme mit Geld löst, aber nie Zeit für ihn hat.
Entsprechend einfältig fallen die Gags aus, bei denen das Zwerchfell nicht allzu sehr strapaziert wird, nur die teilweise etwas deftige Wortwahl der etwa zwölfjährigen Spieler löst, zumindest im Originalton, ein wenig Verwunderung aus.
Überhaupt gibt es kaum nennenswerte Neuerungen gegenüber den Originalen, selbst das musikalische Thema „Carmen“ von Bizet ist wieder mit von der Partie.
Und wer mit den ewig gleichen Würfen vom Pitcher zum Batter nicht viel anfangen kann, wird sich bei dem ohnehin etwas zu lang geratenen Sportfilm nie wirklich heimisch fühlen.
Alle anderen können sich bei einem Junior-Baseballspiel in Spielfilmformat berieseln lassen, sollten aber nicht allzu viele spannende Momente erwarten, denn nur Baseball wirkt auf Dauer auch ermüdend…
4 von 10 Punkten