Review

Was kommt nach Schule und Uni…?


Von den eher kritisch beäugten Regisseuren ist Joel Schumacher definitiv einer meiner Lieblinge. Von „The Lost Boys“ über „Falling Down“ bis „8MM“ hat der schon gut abgeliefert für meinen Geschmack. Selbst „Batman Forever“ kann ich genug abgewinnen, selbst wenn er dann beim darauffolgenden Fledermausfilm die Schraube deutlich zu weit drehen sollte. Dennoch sehe ich die Werke dieses Mannes meist gerne. Vor allem audiovisuell. „St. Elmo's Fire“ kannte ich bisher allerdings, anders als natürlich den dazugehörenden Ohrwurm, nicht - aber dieser After-College-Film über eine Clique, die ihren Weg im Erwachsenenleben sucht, ist in seiner (deutlich positiven) Betrachtung da keine Ausnahme in meinem Verhältnis zu ihm. 

„St. Elmo's Fire“ zu gucken fühlt sich schon beim ersten Mal an, als käme man zurück zu guten Freunden. Und das ist immer ein massives Kompliment und Pluspunkt für einen Film. Der Song ist vielleicht noch ein Stück besser und wird hier ein wenig totgenudelt. Nicht alle Darsteller sind gelinde gesagt oscarreif und der 80s-Cheese-Faktor ist ohne Frage gigantisch. Das muss man schon abkönnen oder (wie ich) sogar mögen. Sollte das jedoch der Fall sein, ist „St. Elmo's Fire“ heiß. Das Flair, die Farben, die Figuren. Die selten berührte Schnittstelle zwischen Jugend und Erwachsensein. Rob Lowe mit Hüftschwung und Leidenschaft zwischen Sex und Sax. Charaktere, die alle ihre Pakete herumtragen und die Herzen auf der Zunge tragen. Etwas drüber und fast comichaft überhöht. Der eine hängt noch mit dem Kopf in der Highschool, die andere hat die komplett falschen Erwartungen an das Leben samt Reichtum, wieder ein anderer hat überhaupt keinen Plan. Alle lieben sich, betrügen sich selbst und den anderen, hauen sich auch mal die Köpfe ein. Aber am Ende wird sich doch wieder gedrückt und geküsst. Das ist schon grandios und lässt mich allein beim Gedanken daran schmunzeln. Und somit hat Joel Schumacher mit diesem Highclass-Kino-Melodrama sehr viel richtig gemacht! 

Fazit: wie ein Treffen mit der alten Gang… „St. Elmo's Fire“ fängt die Zeit zwischen Jugend und Erwachsensein genauso wie die Gruppendynamik einer Clique stark, cheesy und schmunzelnd-melodramatisch ein. Und ein Saxophonsolo von Rob Lowe geht natürlich immer! 

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