Review

Ganz nett, was Regisseur Jake West mit seinem zweiten Horrorspektakel fabriziert hat, auch wenn in punkto Fun-Splatter nicht so recht Begeisterung aufkommen will.
Mag sein, dass die einfallslose Story und die schwachen Computereffekte eine ganze Menge vermiesen, was der hohe Goregehalt letztlich nicht mehr ausgleichen kann.

Nach der fulminanten Einstiegsszene, in der Aliens ein pimperndes Paar auf der Wiese aufgabeln, ihr ein Alienbaby implantieren und ihm sprichwörtlich den Pöter aufreißen, geschieht eine halbe Stunde kaum etwas Interessantes.

Nachdem ein Reporterteam von dieser Angelegenheit Wind bekommen hat (woher auch immer), reist dieses nach Wales, um in dem abgelegenen Küstendörfchen zumindest die betroffene Schwangere zu interviewen und ein paar Szenen nachzustellen.
Prompt funken die unfreundlich gesinnten Außerirdischen dazwischen und es kommt zu einer blutigen Auseinandersetzung.

Erst als die bewaffneten Redneck-Brüder der Schwangeren einigen Aliens gegenüber stehen, beginnt der Spaß in Form von Splatter und damit verbunden, einem temporeichen Geschehen.
Hier wird mit allerlei Waffen gekämpft, vom Mähdrescher, Rasentrimmer bis zum Hirschgeweih und entsprechend heftig sind die Gewalteffekte in Szene gesetzt. Da fliegen Augäpfel recht lange durch die Gegend, Gliedmaßen werden haufenweise abgetrennt, Köpfe auch, Blutfontänen landen oft in den Gesichtern der Protagonisten und es gibt zahlreiche Tote auf beiden Seiten.

Dass die Story dabei völlig sinnfrei ist und bis auf ein wenig Medienkritik (Sensationsgeilheit) komplett anspruchslos daherkommt, versteht sich fast von selbst.
Nur, ist das Geschehen selten witzig, oder ich habe einen schlechten Tag erwischt, denn viele Gags wirken furchtbar gewollt, ab und an lässt sich über Situationskomik schmunzeln (Alien mit drei Brüsten im Traum eines UFO-Fanatikers), aber eine Menge Gags verpuffen oder geraten zur kompletten Plattheit.

Ein paar pfiffige Ideen mehr, wie der Alien-Hund, der an eine böse Ausgabe von Fuchur aus „Unendliche Geschichte“ erinnert, wären willkommen gewesen.
Die Klischeecharaktere sind leider nicht überzeichnet genug, um aus ihrem Treiben ein paar Gags zu formen, der schwule Theaterschauspieler ist zu zurückhaltend, die Rednecks zu früh erledigt, der Alienforscher nicht naiv genug, die Projektleiterin aber immerhin eine Augenweide.

Dies sind die CGI-Effekte leider überhaupt nicht.
Und zu allem Überfluss treten sie im letzten Drittel alle paar Sekunden in Erscheinung und trüben den allgemeinen Spaß doch ungemein.
Ob es nun die fliegenden Kugeln der Aliens sind, eine Explosion oder ein kollidierendes Raumschiff, billige Effekte rücken stark in den Vordergrund, auch wenn sich dies weniger auf die Goreeffekte bezieht, die im Allgemeinen besser gelungen sind.
Durch die überstrapazierten CGIs wirkt das Geschehen oft zu steril, zu glatt und man wünscht sich die alten handgemachten Trickeffekte zurück, die an dieser Stelle auch sicher ein wenig Freude verursacht hätten.

Dafür unterstützt die Kamera aus schrägen Perspektiven das ebenso schräge Treiben recht gut, der Score ist okay und das Overacting einiger Leute angemessen.
Und da die etwas einfältige Geschichte kaum Überraschungen oder gar Wendungen bereithält, kann man sich mit diesem Pendant zu Jacksons „Bad Taste“ so einigermaßen die Zeit vertreiben, sofern einem das gegenseitige Abschlachten zwischen Aliens und Menschlein ausreicht.

Ob „Evil Aliens“ als Partyfilm taugt, wage ich zu bezweifeln, zumindest reicht es aus, wenn die Gäste mit 20 Minuten Verspätung eintrudeln, - die Vorgeschichte lässt sich in der Zeitspanne vom Öffnen des ersten Bieres durchaus nacherzählen.
6 von 10

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