Review

Evil Aliens

Eine Kritik von holgocop

Böse Ausserirdische, der Titel deutet es an, wollen mal wieder die Weltherrschaft übernehmen. Naja gut, vielleicht wollen sie auch einfach nur ein wenig Spass, so wirklich wird das im Film nicht geklärt. Auf jeden Fall landen sie im schönen (ausnahmsweise mal nicht verregneten) England und töten erstmal so alles was auch nur im entferntesten nach Mensch aussieht. Weibliche humanoide haben da schon etwas mehr Glück, sie bekommen einen Alienbraten in die Röhre gesteckt - im Gegensatz zu menschlichen Embryonen allerdings reifen diese nicht heran um geboren zu werden, sonder verpuppen sich im Körper um sich schließlich der sterblichen Frauenhülle zu entledigen und ausgewachsen zu schlüpfen. Kommt also im Grunde auch aufs Töten raus. Einzig ein Boulevard-TV-Team und ein paar hinterwäldler Rednecks mit gälischem oder walisischen oder was-weiß-ich Akzent bekommen von der Sache Wind und blasen zum Gegenangriff.

Was Peter Jackson´s miserabler Bad Taste nicht schaffte funktioniert bei West´s Evil Aliens zumindest für mich ausgezeichnet. Die Mischung nämlich aus krudem Splatter und einer gehörigen Portion Humor. Dass die Ausserirdischen aussehen wie die Power-Rangers auf Acid schmerzt dabei nicht so sehr wie das fehlen des für englische Produktionen eigentlich üblichen Dialogwitzes. Den hat man zwar versucht einzubringen, funktionieren tut er aber so gut wie nie. Dafür klappt das in den "Action-Szenen" umso besser. Überhaupt liegt hierbei das größte Manko des Films. Lassen die Storytreibenden Stellen des Films jeglichen Humor und Schauspielkunst vermissen, punktet E.A. in den Metzelszenen auf ganzer Linie. Zwar sind die allesamt mit Computer realisiert worden (naja, gut, ein paar Ausnahmen gibt es ...), dennoch ist deren Qualität, gerade für einen Low-Budget-Trash-Film, atemberaubend gut. Gerade die Szene mit dem Mähdrescher (müsst ihr euch einfach ansehen !) weiß zu gefallen. Blutfontänen, abgehackte Körperteile im Sekundentakt und ein beeindruckender Bodycount geben den ausgehungerten Gorehounds das was sie brauchen.

Wenn nur eben nicht diese schrecklichen Längen dazwischen wären. Nicht nur, dass die Schauspieler an der Grenze zur Unfähigkeit agieren, auch lassen sowohl Inszenierung, Dramaturgie als auch Ausstattung (Was haben die sich nur beim Raumschiff-Interieur gedacht! !?) mehr als zu wünschen übrig. Komisch, den während eben diese Szenen wirken als hätte man sie aus einer der allabendlichen Soaps herausgeschnitten und ein wenig mit den alten Star Trek - Folgen vermengt, wurden bei den blutigen Szenen schöne Schnitte, passende Farbfilter und auch passable Kamerafahrten benutzt.

Man kann sich des Eindrucks kaum erwehren, man hätte es hier mit zwei verschiedenen Filmen zu tun, die aus einem nicht näher bekannten Grund zu einem Ganzen verschmolzen wurden. Jämmerliche Charaktäre, wie der obligatorische und nicht im Ansatz lustige, ja nicht einmal alberne Schwule geben sich hier ein Stelldichein mit grandiosen Anspielungen auf Braindead oder Day of the Dead und Konsorten. Wobei ich gestehen muss, selten eine derart gelunge Anspielung auf die berühmte Rasenmäher-Szene Jackson´s gesehen zu haben.

Zusammengefasst:Britischer Humor, nix ! Schauspieler, Story und Dramaturgie pfui ! Dafür Gore, Action, Metzelwitze äußerst hui !  Wer also auf einen angenehmen Trash-Splatter mit Witz gewartet hat, sollte unbedingt, sofern er einige Längen und kindische Albernheiten verkraften kann, ein - meinetwegen auch zwei Augen auf diese Insel-Export werfen.

6,5 Pts.

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