Review

Es gibt sie doch, die Außerirdischen...

...doch sie sind weniger freundlich als erwartet!

Die Sensationsreporterin Michelle Fox (Emily Booth) verschlägt es mit ihrer Filmcrew auf eine kleine Insel vor Wales, die nur bei Ebbe erreichbar ist. Die bunt zusammengewürfelte Truppe will dort eine Reportage über die Dorfschlampe drehen, die felsenfest behauptet, von einem Alien geschwängert worden zu seien.
Zunächst schenken ihr die Fremdlinge keinen Glauben; das ändert sich allerdings schlagartig, als sie eine nächtliche Kuhschändung durch reale Wesen von einem fremden Planeten beobachten. Als sich die drei völlig durchgeknallten Brüder der Schwangeren aufmachen, um die Aliens dafür büßen zu lassen, geht das Gemetzel los.
Mit allen Mitteln müssen die durch die hereinbrechende Flut vom Festland abgeschnittenen Menschen nun ums Überleben kämpfen...

„Evil Aliens", der seine Deutschlandpremiere bereits vor zwei Jahren auf dem Fantasy Filmfest in München feierte, steht in der Tradition von Funsplatter-Granaten à la „Braindead", auch wenn es Blasphemie gleichkäme, ihn auf eine Ebene mit Peter Jacksons Meisterwerk stellen zu wollen.
Klar, dass die Story eher nebensächlich ist und die Zurschaustellung von möglichst viel spritzendem Blut und abgetrennten Extremitäten im Vordergrund stehen.

Ja, wirklich: Was Regisseur Jake West („Razor Blade Smile") trotz geringem Budgets hier an Guts and Gore auffährt, ist schon beachtlich: Nachdem er sich ca. eine halbe Stunde Zeit gelassen hat um die recht skurrilen Charaktere (u.a. ein pickeliger Sci-Fi-Nerd und ein schwuler Theaterschauspieler) vorzustellen und miteinander bekannt zu machen, lässt er diese von einer Splatterszene zur nächsten hetzten und ist jedes Mal bemüht, das zuvor Gezeigte noch zu toppen.
Höhepunkte sind hier der Einsatz eines Mähdreschers(!) und eine an „Nackt und Zerfleischt" erinnernde, hyperbrutale Pfählung. Nebenbei gibt es reichlich Enthauptungen, blutige Einschüsse, und ausgedrückte, herumfliegende Augäpfel - kurzum, alles was das Herz eines Splatterfans höher schlagen lässt.
Die dabei verwendeten (teilweise CGI-generierten) Spezialeffekte sind fast immer gut gelungen.

Auch die ebenfalls mit dem Computer erzeugten Raumschiffe und fliegenden Alienkugeln sind durchaus ansehbar, auch wenn mir hier klassische Handarbeit besser gefallen hätte.
Überraschend gute Arbeit liefert der Kameramann ab, der für eine solche Billigproduktion sehr gekonnt das Geschehen einfängt, ohne dabei auf abgefahrene Perspektiven zu verzichten.

Musikunternalung und Schnitt sind ebenfalls als gelungen zu bezeichnen und runden den Eindruck ab, das viel Herzblut in „Evil Aliens" steckt.

Einen positiven Eindruck hinterlassen auch die Schauspieler, die ihren Charakteren durch gewolltes Overacting die richtige „Würze" verleihen, wobei Schnuckelchen Emily Booth als Reporterin sicherlich nicht wegen ihrer schauspielerischen Begabung eingestellt wurde - das männliche Zielpublikum lechzt nun mal nach einem Eye-Candy ;)

Fazit: Jake Wests Film ist eine kleine, aber feine Splatterkomödie mit zahlreichen ironischen Querverweisen auf Filme wie „Predator" oder „Signs - Zeichen", die keine tolle Story, aber reichlich schwarzen Humor und Blut im Überfluss zu bieten hat.
Eine gute Wahl für einen alkoholgeschwängerten Videoabend im Freundeskreis!

Details