Der Brite Jake West (Razor Blade Smile, Pumpkinhead: Asche zu Asche) versucht mit seinem "Evil Aliens" wohl in die Fußstapfen von Peter Jackson zu treten. Die Story hat er vorsichtshalber auch übernommen, natürlich mit zahlreichen Veränderungen. Genau wie sein großes Vorbild, schrieb West das Drehbuch selbst, als Cutter musste er auch fungieren. Das knappe Budget ist "Evil Aliens" leider sehr oft anzusehen, dank zahlreicher und meist ziemlich schlechter CGI-Effekte.
Die Reporterin Michelle Fox (Emily Booth) befasst sich mit ausserirdischem Leben. Bisher war sie erfolglos, doch nun erhält sie eine einmalige Chance. Auf einer kleinen und sehr abgelegenen Insel in Wales, soll eine Farmerin von ein paar Aliens geschwängert worden sein. Mit ihrem Team macht sich Michelle sofort auf den Weg. Erst will sie der Famerin und ihren grenzdebilen Brüdern nicht glauben, doch nachts landet tatsächlich ein Raumschiff auf der Insel. Doch die Ausserirdischen sind den Menschen keinesfalls freundlich gesinnt. Bald befindet sich Michelle mitten in einem Gemetzel.
Auch in Jacksons "Bad Taste" wurde ein abgelegenes Dorf von Ausserirdischen heimgesucht, die Nahrung für ihre Fast Food Kette sammelten. Hier haben die Besucher aus dem All nicht mal einen Grund und verfolgen auch kein bestimmtes Vorhaben. Sie scheinen Freude daran zu haben Kühe zu zerfleischen und zu fressen und menschliche Wesen zu foltern oder zu befruchten. So muss zu Beginn gleich ein Liebespärchen daran glauben. Die Frau bekommt den Bauch aufgeschnitten und ein kleines Alien implantiert und ihrem armen Lover wird wortwörtlich der Arsch aufgerissen. Natürlich soll man "Evil Aliens" zu keiner Sekunde ernst nehmen, ein wenig Spannung hätte trotzdem nicht geschadet. Immerhin hat West bei der Kulisse gute Arbeit geleistet. Die Insel ist nur über eine Wattstrasse zu erreichen, wenn Flut ist, kann die Insel nicht erreicht werden. Genau das blüht Michelle und ihrem Team, sie haben keine Chance zur Flucht und müssen den Kampf aufnehmen. Mit Hilfe von Nebelmaschinen und einigen gelungenen Sounds gelingt es West eine zeitweise sogar bedrohliche Atmosphäre zu schaffen, doch jedes Aufkommen von Spannung wird sofort vom überzogenen Humor erstickt.
Und der entpuppt sich schnell als Problem. Bis auf ein paar skurrile Ideen und Onliner sind die Zoten meist nicht mal zum Schmunzeln. Die Charaktere sind nicht nur dermaßen doof, sondern auch viel zu übertrieben angelegt. Es fällt wirklich schwer eine sympathische Figur auszumachen, auch kann man wirklich nicht sagen, wer dieses Gemetzel überlebt. Neben Michelle, ihrem Team und der Farmerin befinden sich noch drei Hinterwäldler auf der Insel. Die sprechen nur walisisch, scheinen nicht mehr alle Tassen im Schrank zu haben, taugen jedoch als Jäger. Auf die Ausserirdischen muss man nicht lange warten, das Gemetzel ist schnell im Gange. Ununterbrochen spritzt das Kunstblut literweise umher, man hetzt sich gegenseitig über die Insel, Menschen sowie Aliens beissen im Minutentakt ins Gras. Die Goreeffekte scheinen größtenteils handmade zu sein und sind ultrablutig anzuschauen. Doch dank des Humors fällt das kaum ins Gewicht und der Zuschauer nimmt das als nicht so drastisch wahr. Jegliche Körperteile werden in Nahaufnahme abgerissen, Bäuche werden aufgeschlitzt, Körper zerplatzen oder werden aufgespießt. Hier geht es wirklich zur Sache, die KJ-Freigabe erscheint schnell ziemlich großzügig.
So liefert "Evil Aliens" lückenlose Unterhaltung über die gesamte Distanz, nur die Charaktere bleiben dem Zuschauer völlig egal. Wer als nächstes beim Sensemann landet, ist oft schwer abzusehen, doch ansonsten erlebt man keinerlei Überraschungen. Bei den Ausserirdischen hat man immerhin auf Computer verzichtet. Die Masken wirken zwar ein wenig billig, furchteinflößend sind die Biester auch nicht, doch immer noch besser als CGI animierte Kreaturen. Sie bluten wie Menschen und müssen Masken tragen, da sie sonst grausam krepieren. Sie sind viel stärker als wir Menschen und haben auch einige Waffen dabei. Spehre, riesige Messer, sowie fliegenden Dronen. Doch unsere helden wehren sich fleissig mit allem, was sie finden können. Eine Schrotflinte nebst Pfeil und Bogen und einige Gegenstände werden zweckentfremdet. Leider fesselt der Kampf in keiner Minute, der Humor ist einfach zu gewöhnungsbedürftig und die Darsteller sind allesamt Laien. Jegliche Szenen mit den Raumschiffen stammen aus dem Computer, was überdeutlich zu erkennen ist.
Unterhaltsame Schlachtplatte mit miesen Darstellern und ebenso schlechten CGI-Effekten. Die Story erfüllt höchstens eine Alibifunktion, Spannung sucht man vergebens, obwohl West seine Kulisse recht unheimlich gestaltet. Der gewöhnungsbedürftige Humor landet nur seltenst einen Treffer, die Figuren bleiben platt wie Flundern und taugen höchstens als Kanonenfutter. Von mir knappe 5 Punkte, nur wegen des hohen Unterhaltungswerts.