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"Edison" ist ein gut inszenierter Cop-Thriller der B-Klasse, wobei allerdings A-Mimen vorhanden sind, die dem Streifen die nötige Klasse verpassen, damit er sich aus dem B-Movie-Meer wohltuend abheben kann. Als Freund des Cop-Film-Genres ist "Edison" für mich zwar kein herausragender Vertreter des besagten Genres, dennoch oberes Mittelmaß.

Bei einem Mordprozess beobachtet der junge Journalist Josh Pollack (Justin Timberlake), wie der Angeklagte nach seiner Verurteilung dem Cop Raphael Deed (LL Cool J) ein "Danke" zuraunt. Josh wittert eine Story und will Deed zu dem Vorfall befragen, doch dessen Vorgesetzter geht scharf dazwischen und beendet die Recherche. Überzeugt, dass die Polizei-Spezialeinheit F.R.A.T. etwas zu verbergen hat, schreibt Josh einen Artikel über diesen Vorfall. Doch sein Boss Ashford (Morgen Freeman) lehnt den Beitrag ab, da ihm jegliche Beweise fehlen. Josh wird gefeuert. Um sich Ashford zu beweisen, stellt er weitere Nachforschungen an und stößt in ein tödliches Wespennest...

Man kann Justin Timberlake (Alpha Dog) die noch etwas unerfahrene Handhabung mit dem Schauspielerhandwerk deutlich ansehen, auch wenn er kein Totalausfall ist. Somit kann Timberlake seinen Part passabel rüberbringen, auch wenn hier geübtere Mimen wie Ryan Phillippe oder Colin Farrell besser wären. Keinen Schauspielunterricht brauchen hingegen Morgan Freeman (Der Anschlag) und Kevin Spacey (Verhandlungssache), die ihre Rollen routiniert, aber nicht herausragend, abwickeln. Die nötige Schauspielerfahrung kann auch LL Cool J (S.W.A.T.) mitbringen, der anscheinend von Film zu Film immer besser wird. Auch hier kann er als Spezialeinheitler mit Gewissen punkten. Die Schurken John Heard (Die Killer-Brigade) und Dylan McDermott (The Cowboy Way) machen ihre Sache ebenfalls zufriedenstellend. In Nebenrollen bekommt man noch Cary Elwes (Saw) und Piper Perabo (Coyote Ugly) zu sehen.

Von der Story her verläuft "Edison" nach bekanntem Muster und weicht nur ab und zu von diesem ab. Dafür weiß Regisseur David J. Burke aber mit der Optik und den Großstadtaufnahmen umzugehen. Er schafft es dem Film eine realistische Atmosphäre und Farbgebung zu verpassen. Action ist dem Mann ebenso kein Fremdwort und serviert dem Actionjunkie hier ein paar Prügeleien, halbwegs blutige Ballersequenzen und Explosionen bis es zum adrenalingeladenen Finale kommt, wo Burke nochmal alle Register ziehen darf. Besagtes Finale schmälert den Realismus von "Edison" zwar, schadet dem Film aber gleichzeitig auch nicht. So dürfen sich Deed und Pollack einem recht ansehnlichen Waffenarsenal bedienen, wobei Deed den größten Teil der Arbeit verrichtet. Denn während er munter seine einstigen Kollegen per MP, Schrotflinte und sogar Flammenwerfer (!!!) bekämpft, versucht sich der eher waffenunkundige Pollack als beidhändige Schießbudenfigur, was hin und wieder auch lächerlich wirkt. Während die Action recht knackig geraten ist, lässt "Edison" auch Platz für Handlung und Charaktere, die allesamt das Genre nicht neuerfinden, aber unterhalten können. Auch versucht man ein wenig mit der Moralkeule zu kommen, dennoch wird man hier nicht damit erdrückt.

Unterm Strich macht das "Edison" zu einem überdurchschnittlichen Cop-Film, auch wenn er nicht an die ganz großen Genrevertreter wie eben "Training Day" oder "L.A. Confidential" heranreicht. Prominenter Cast, Action, Optik und Atmosphäre können hier einen ansonsten unscheinbaren B-Film um einiges aufwerten, weshalb "Edison" sich auch gut im Kino gemacht hätte.

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