Die erste Produktion von Millenium Films ist durchaus einer Kinoauswertung würdig und dieses Risiko hätte man mit "Edison" auf jeden Fall gehen dürfen. Millenium Film ist ein Ableger der B-Schmiede Nu Image und man ist sichtlich gewillt, mehr Kosten auf sich zu nehmen, um die Qualität zu verbessern und in der A-Liga mitzumischen. Siehe da, es hat funktioniert. Die besten Beispiele dafür sind wohl "John Rambo, 16 Blocks" oder auch "Black Dahlia". Der US-Serienregisseur David J. Burke, auch Drehbuchautor, bekommt die Chance auf seinen ersten Spielfilm. Leider blieb "Edison" dank des DTV- Release bis heute sehr unbekannt und Burke damit auch.
Die Polizeieinheit F.R.A.T. (Fast Response Assault and Tactical) säubert die Großstadt Edison intensiv von kriminellen Subjekten. Hier wittert der junge Journalist Josh Pollack (Justin Timberlake) seine Chance auf den Pulitzerpreis. Denn die Cops der F.R.A.T. werden zunehmend krimineller und halten sich nur selten an das Gesetz. Zusammen mit seinem Vorgesetzten Moses Ashford (Morgan Freeman) und dem internen Ermittler Levon Wallace (Kevin Spacey) will Josh die Arbeitsweise der F.R.A.T. an die Öffentlichkeit bringen. Doch von nun an kann sich Josh nirgendwo mehr sicher fühlen. Doch in F.R.A.T.-Mitglied Rafe Deed (LL Cool J) findet er bald einen Verbündeten.
Die Überführung von korrupten und mordenden Cops gab es schon so häufig, dass man mit dem Zählen nicht mehr nachkommt. "Edison" kann diesem Thema auch keine Neuerungen mehr hinzufügen und wer einen tiefgründigen Actionthriller erwartet, dem sei abzuraten. Doch mit 95 Minuten Laufzeit, ist "Edison" erstaunlich gradlinig erzählt und kann mit ausgereiften Charakteren punkten. Im Fordergrund steht der Lokalreporter Pollack, dem es bisher nicht gelang ein Zeichen zu setzen. Er wird sogar kurzfristig von seinem Chef Ashford entlassen, doch mit der Enthüllung über die F.R.A.T. will er ganz groß rauskommen. Doch die Figur Rafe Deed dürfte Burke wohl am meisten am Herzen liegen. Er ist die einzige sympathische Person in der F.R.A.T., im Gegensatz zu seinem Partner Frances Lazerov (Dylan McDermott) schießt er nicht einfach Unschuldige über den Haufen und als Einziger der Einheit hat er eine Verlobte. Doch Rafe ist unschlüssig, eigentlich war die Einheit sein Traum, den er sich jedoch anders vorgestellt hat. Bald mischen auch noch Ashford und Ermittler Wallace in der Geschichte mit, deren Charaktere aber ein wenig oberflächlich bleiben. Auch über den Chef der F.R.A.T., Brian Tilman (John Heard), wären ein paar Hintergrundinfos interessant. Im Endeffekt geht es nur wieder um Geld.
So bleibt die Story stets durchsichtig und richtige Actionszenen Mangelware. Mal ein Mord, Josh und seine Freundin Willow (Piper Perabo) werden zusammengeschlagen, nur kleinere Intermezzos unterbrechen den Storyverlauf. Trotzdem bleibt "Edison" nicht nur unterhaltsam, sondern auch spannend. Denn die F.R.A.T. scheut keine Greueltat, um sich zu schützen. So ist Josh bald auf der Flucht und auch Rafe kann sich bald nicht mehr sicher fühlen. So steuert "Edison" auf einen gewaltigen Actionshowdown zu, der zwar maßlos übertrieben ist, aber andererseits auch reines Augenfutter. Da legen sich Josh und Rafe in einem Shootout mit der gesamten F.R.A.T. an. Mit Granatwerfer, Flammenwerfer und jeder Menge Waffen gibt es ein bleihaltiges Duell, wirklich schick inszeniert, aber ziemlich überzogen.
Kommen wir zum Herzstück des Films und das sind wohl die prominenten Darsteller. Einzig Justin Timberlake (Black Snake Moan, Alpha Dog - Tödliche Freundschaften) agiert ein wenig blass. Singen mag er ja können, aber Mimik und Gestik scheinen hier ein Fremdwort für ihn gewesen zu sein. So stolpert er mit versteinerter Miene durch diesen Actionthriller. Anders Dylan McDermott (Hardware, Agoraphobia) der als heruntergekommener Cop alles richtig macht. Kevin Spacey (Verhandlungssache, K-Pax) und Morgan Freeman (Wanted, Denn zum Küssen sind sie da) sind sowieso eine sichere Bank und John Heard (187, Die Akte) ist herrlich unsympathisch. Wäre da noch Rapper LL Cool J (Deep Blue Sea, Mindhunter), der gewohnt suverän seine Rolle meistert. In einer Nebenrolle ist noch Piper Perabo zugegen, für einen DTV-Film eine erstaunlich gute Besetzung.
Durchweg gut inszeniert, wenn auch überraschungsarm. Die großartige Besetzung macht einiges wett, nur Timberlake muss noch einiges lernen. Doch "Edison" ist ein spannender Polizeifilm mit der üblichen Story und einem deftigen Showdown. Auf jeden Fall eine Sichtung wert und ein starker Einstieg für Millenium Films.