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Die Aushängeschilder der Aardman Studios feiern endlich ihren ersten Einsatz in einem Kino-Langfilm und ziehen dabei sämtliche Register ihres Könnens. Zur Story soviel: In England herrscht eine riesige Kaninchenplage und gerade jetzt steht die Verleihung des großen Preises für Gemüsezüchter vor der Tür. Aus der Not eine Tugend gemacht, nutzen Erfinder Wallace und sein Hund Gromit die Situation um mit ihrer Erfindung, dem Kaninchensupersauger ihre Haushaltskasse aufzubessern. Bei einem Experiment, der cleveren Ungezieferjäger, bei dem man mittels einer an dem Sauger gekoppelten Gehirnwäschemaschine, den Hasen das Gemüseräubern abgewöhnen möchte passiert das Unerwartete: Leichtsinnig erschafft Wallace ein mutiertes Geschöpf, dass des Nächtens als riesiges Wer-Kaninchen Angst unter den Gemüsebauern verbreitet.

Nach dem mehr als unsympathischen Spielfilm-Debüt mit „Chicken Run“, stellt der Wallace und Gromit –Film das absolut beste Knetabenteuer nach langer Zeit da. Technisch total up-to-date und mit einer hohen Gagdichte versehen schleicht sich hier keinerlei Langeweile ein, wenn vom klassischen Universal-Wolfman bis zu King Kong, Verweise gestreut werden und die Originale liebevoll durch den Kakao gezogen werden. Story-mäßig gibt’s ein paar kleinere Überraschungen, die jetzt nicht allzu verwundern werden, doch das bisherige Highlight der Serie-Die Technohose-
lässt man fix hinter sich. Die absolut unschlagbaren Stars des Films sind allerdings die Häschen. Selten zuvor bin ich beim bloßen Anblick von Trick-Figuren so in unbändiges Lachen verfallen wie hier. Ob sie jetzt nur blöd gucken, oder eben winken (das tun sie verdammt oft!): Diese Viecher sehen so verdammt bekloppt und ebenso knuffig aus, dass man gar nicht anders kann als das Zwerchfell zu bemühen. Ich glaube, dass ich beim Brand, der letztens die Aardman-Studios größtenteils zerstörte, jedes einzelne dieser verdammt süßen Häschen da raus gerettet hätte. Verdammt, diese Hasen sind so dermaßen bescheuert und toll, dass ich mir sofortig einen ganzen Film nur mit ihnen herbeiwünsche. Wenn selbst die Pinguine aus „Madagascar“ einen eigenen Kurzfilm bekommen, will ich mehr Hasen.

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