Gerade von Corey Yuen (Karate Tiger 2, The Transporter) war mehr zu erwarten, als nur ein unterdurchschnittliches Sequel. Doch eigentlich entstand sein "Ultra Force 2" noch vor dem Original, wird aber bei uns, sowie im Entstehungsland als Fortsetzung geführt. Die Teile dieser Reihe haben sowieso nichts miteinander zu tun. Ständig wechselnde Charaktere und Regisseure und auch die Stories sind nicht miteinander verknüpft. Auf jeden Fall war es das Sprungbrett für die damals erst 23jährige Michelle Yeoh (Der Morgen stirbt nie, Babylon A. D.), die hier in ihrer zweiten Hauptrolle zu sehen ist. Ungefähr das Selbe gilt auch für Cynthia Rothrock (China O´Brien, Rage and Honor), die hier sogar zum ersten Mal vor der Kamera steht. Hier ist geballte Frauenpower angesagt, von der Yuen leider kaum Gebrauch macht.
Inspector Ng (Michelle Yeoh) will mit ihrem Freund, dem Geschäftsmann in die Ferien fahren. Doch sie findet ihn kurz darauf ermordet in seinem Hotelzimmer vor. Kurz zuvor waren die beiden Diebe Strepsil (John Sham) und Tin (James Tien) im Zimmer und haben die Brieftasche des Toten gestohlen. Darin befand sich ein Mikrofilm, welcher einen einflussreichen Gangster belastet. Dessen Killer Django (Dick Wei) hat es nun auf die Kleingenoven abgesehen. Derweil erhält Ng Unterstützung aus London. Inspector Carrie Moss (Cynthia Rothrock) ist vom Scotland Yard und zusammen mit Ng soll sie der Gangsterbande Feuer unterm Hintern machen.
Sammo Hung produzierte diese Actionkomödie und gönnte sich selbst einen Kurzauftritt. Diese unwichtige Szene flog jedoch in der deutschen Fassung raus, aber es ist noch genügend Gekasper übrig geblieben. Ich kann mit diesem Humor einfach nichts anfangen und davon gibt es in "Ultra Force 2" reichlich. Ein paar vereinzelte Gags sind gar nicht mal übel, doch über den Großteil kann man nur die Stirn runzeln. Hinzu kommt die deutsche Synchro, welche das Ganze noch mehr zum Affentheater macht. Auch die Darsteller sind allesamt unterirdisch, zum Beispiel Inspector Ng verzieht keine Miene, als ihr Freund ermordet aufgefunden wird. Zugegeben, Michelle Yeoh sieht hier wirklich schick aus, doch von einer annehmbaren Darstellerleistung kann man hier noch lange nicht sprechen. Cynthia Rothrock ist da nicht besser und reisst die Rolle mit einem Gesichtsausdruck herunter. Tsui Hark (Söldner kennen keine Gnade, The Master) gibt den Oberkasper und seine beiden Kollegen John Sham (Roboforce, Edge of Darkness) und James Tien (Blade of Fury, Hero of Tomorrow) gehen dem Zuschauer auch schnell auf die Nerven.
Viel besser sieht es bei der Story auch nicht aus. Es geht um einen winzigen Mikrofilm und man erfährt nicht mal um was für belastendes Material es sich handelt. Auf jeden Fall kann dieser Mikrofilm einen Gangster sogar ins Kittchen bringen, wenn er bei der Polizei landet. Doch anstatt seine ganzen Mannen auf diesen Mikrofilm loszulassen, schickt er nur einen Killer. Das erregt zwar weniger Aufmerksamkeit, jedoch wechselt der Mikrofilm ständig den Besitzer und unsere zwei Diebe wissen nicht mal, dass sie den Mikrofilm haben. Der Killer hinkt ständig hinterher, genauso wie unsere beiden Inspectoren. Am Anfang zicken sich Ng und Carrie ein wenig an, auf Grund verschiedener Verhörmethoden, doch die Beiden werden viel zu schnell ein Team und ihre kleinen Streitereien bleiben völlig belanglos und ohne Biss. Die Charaktere bleiben alle Abziehbilder und so juckt es den Zuschauer auch nicht, wenn Yuen kurz vor dem Finale einmal auf die Tränendrüse drückt. Es ist natütlich viel interessanter wenn sich Strepsil und Tin mit einem Billardmeister anlegen, oder sich ständig miteinander streiten. Dafür vergeudet Yuen massig Screentime, doch die Handlung bringt das in keinster Weise vorwärts.
Nun bleibt für den Zuschauer noch ein Rettungsanker, nämlich die Action und auch hier wird man gnadenlos enttäuscht. Zu Beginn ein kurzer aber blutiger Shootout, mittig eine kleine Klopperei in der Billardhalle und ansonsten bleibt nur der Showdown. Den Rest kann man höchstens als Intermezzos bezeichnen. Eigentlich bietet nur der Showdown richtige Action. Der findet in der Villa des Gangsters statt und hier dürfen Ng und Carrie richtig austeilen. Hier wird nicht nur viel Glas zerdeppert, sondern es gibt auch einige spektakuläre Stunts zu sehen. Diese zehn Minuten machen richtig Laune, ansonsten könnte man bei "Ultra Force 2" nicht von einem Actionfilm sprechen.
Das Finale hat es in sich, doch ansonsten ist "Ultra Force 2" in jeder Beziehung unterdurchschnittlich. Die Darsteller bleiben blass, der Klamauk ist nervig und der Plot ist lahm. Der Score ist aus mehreren Filmen recycelt, hier ertönt sogar die Musik aus John Carpenters Klassiker "Halloween". Die passt natürlich hierzu in keinster Weise. Ich konnte hiermit nicht sonderlich viel anfangen, unterhalten wurde ich leidlich.