Review

-Vorsicht! Freilaufende Spoiler-

Papa und Sohnemann spielen quietschfidel mit dem Hund im Garten ihres Häuschens auf dem Lande. Mama ist gerade weggefahren, da kommt, was kommen muss: Gleißendes Licht - Windböen - Pfeifende Synthiesounds - Papa weg. Dem Sohnemann wird die Story natürlich nicht abgenommen (der Gute ist auch ziemlich introvertiert und so fällt es nicht schwer, das auf seine blühende Fantasie abzuschieben).
Drei Jahre später hat Mama nen Neuen, da Papa ja abgehauen ist - vermeintlich, hähähähä.... Denn der kommt natürlich wieder - mit demselben gleißenden Licht, das ihn entführte, aber körperlich leicht deformiert. Er sucht sich dann auch zur Abhilfe ein weibliches Opfer, das er durch den Mund schwängert und sich in wieder menschlicher Gestalt von ihr gebären lässt - voll erwachsen natürlich, was dank ungünstigen Platz(tata)verhältnissen für die ziemlich eklige, dafür aber auch einzige Splatterszene des Films sorgt - vom Alien-Ich bleibt vorerst nur Schmodder übrig.
Tja, und was für den Splatteranteil gilt, gilt leider auch für die Spannung. Zu wenig, es fehlt an allen Ecken und Enden. Dabei gefällt die Musik den ganzen Film über (sie ist ziemlich...  extraterrestrisch und eigentlich spannungsfördernd eingesetzt) und auch abwechslungsreiche Ideen sind genug vorhanden.
So kehrt der Vater zur Familie zurück und infiziert den ihm treuen Sohn, der daraufhin seine Traumwelt Realität werden lässt - inklusive Killerclown und überdimensioniertem Plastiksoldat (armed and dangerous...). Diese Ideen, die zuweilen in recht psychedelischen Bildern umgesetzt wurden, nehmen allerdings kaum Platz im Film ein. Hier hätte man sich mehr trauen müssen.
Stattdessen wird meistens das Familienleben mit der zunehmenden Besitzergreifung aller durch den (Alien-)Vater gezeigt. Dies ist grundsätzlich eine gute Idee (Aliendrama, das wär mal was), aber aufgrund durchschnittlicher Dialoge und Langatmigkeit wird daraus nichts.
Um so mehr freut man sich, wenn die Aliens in Aktion zu sehen sind - und wird unweigerlich etwas enttäuscht. Die Effekte sind nämlich etwas zahm. Das liegt zum Einen am Budget, zum Anderen aber wohl auch an Einfallslosigkeit im entscheidenden Moment. Ich erwarte von einem SF-Film keine Blutorgien, aber nach einem solchen Beginn und beim Einsatz übernatürlicher Alienkräfte wünsche ich mir einen entsprechenden Abschluss der Alienaggressionen.
Hui, das war jetzt ziemlich kritisch. Zur Durchschnittswertung reichts dennoch. Dies liegt an den oben genannten Einfällen, dem sich wieder zurückverwandelnden Papa (nicht schlecht)  und dem ziemlich guten und für mich unerwartet fiesen Ende, das durchaus Originalität besitzt - mehr davon, und der Film hätte richtig gut werden können.

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