Markiger U-Boot-Kommandant (Adrian Paul) wird nach einer eher unangenehmen Begegnung mit einem mysteriösen Gegner unter Wasser suspendiert, bekommt aber eine zweite Mission und darf sich rehabilitieren.
Und noch'n Phantom - ob das gegnerische U-Boot wohl das aus dem (fast) gleichnamigen koreanischen Heuler ist ? Und wo wir gerade bei den Fragen sind - kann man die Ausschnitte aus "Top Gun" mittlerweile billig bei eBay kaufen, oder warum tauchen die mit unschöner Regelmäßigkeit in diversen B-Filmchen auf ? Mal ernsthaft: Fällt da wirklich noch irgendjemand, der nüchtern ist und die letzten 20 Jahre nicht in Nordtibet verbracht hat, darauf herein ? Strafverschärfend kommt hinzu, dass die Szenen mal wieder dramaturgisch überflüssig und vollkommen hirnrissig eingesetzt werden (ähnlich wie im "Marksman"). Für mich in jedem Fall schon mal ein Grund zu heftigem Punktabzug.
Ob die Unterwasserszenen "echt" oder "entliehen" sind, kann ich dagegen nicht eindeutig sagen, dafür war es überwiegend zu duster da unten (na gut, ist ja irgendwie realistisch). Auch ansonsten bleibt alles beim Alten unter Wasser, nicht unbedingt langweilig, aber nie wirklich aufregend. Der obligatorische Crimson-Tide-Teil (die Konflikte unter der Crew) ist überflüssig, im Grunde lächerlich und wird ausgesprochen spannungsfrei abgehandelt. Das Duell mit dem Unterwassergegner kommt da schon etwas besser; dass man von dem Gegner über weite Strecken nur die Torpedos zu sehen bekommt, mag dem knappen Budget geschuldet sein, ist aber wenigstens mal der Hauch einer neuen Idee. Angesichts von Dutzenden Fehlschüssen und Explosionen knapp neben neben dem Ziel fragt man sich dann allerdings schon, warum die U-Boot-Technik in den letzten Jahren so erhebliche Rückschritte gemacht hat. Gut, den Realismusgehalt in diesem "Sub"genre werden nur wenige kompetent beurteilen können, aber dass unser Held mal eben so einen Konflikt mit Korea vom Zaun brechen und ganz nebenbei ein paar Zerstörer versenken darf, wundert schon arg, genauso wie der High-Tech-Standard des nordkoreanischen Subs (nur zur Erinnerung: Das ist ein Bauernstaat mit Steinzeitkommunisten und gelegentlichen Hungersnöten).
Zu den leicht wunderlichen Aspekten des Streifens kommt dann noch die ursprüngliche Herkunft aus einem Gay-TV Kanal. Ein zweites "Traumschiff Surprise" muss man in der hiesigen Fassung zwar nicht gerade befürchten (?), aber die herzige Art, in der die männlichen Offiziere miteinander umgehen (und wie kühl die einzige Frau behandelt wird) sind schon eher kurios. Das reichlich kräftige Loblied des Films auf das Militär wundert mich vor diesem Hintergrund übrigens etwas, ist das Verhältnis nicht nur des US-Militärs zu homosexuellen Soldaten doch nach wie vor wohl ziemlich angespannt.
Fazit: Mit diesem und einigen anderen eher mageren Unterwasserdramen der letzten Zeit ist das U-Boot-Genre endgültig in der zweiten Liga des Filmschaffens angekommen - und mit sinnlos eingesetzter Stockfootage, stereotyper Dramaturgie und Realismus weit unter Periskoptiefe droht noch ein weiteres Abtauchen.