Review

Der größenwahnsinnige Wissenschaftler Larson will eine neue Superrasse züchten. Um an menschliche Versuchsobjekte zu kommen, lässt er von einem gewissenlosen Söldner junge Mädchen aus asiatischen Dörfern entführen. Die Elitekämpfer David und Rick sollen Larsons üblem Treiben ein Ende setzen.

Bei den Produktionsländern kann man hier Liechtenstein für einen kleinen Scherz halten, denn hinter Ten Zan verbirgt sich laut mehreren Internet Quellen ein ganz anderes Land, nämlich Nordkorea. Jawoll Nord und nicht Süd. Der Vor-Vorgänger des kleinen Dicken von heute hatte mal einen Anflug von internationaler Public Relation und holte mal kurz ein Filmteam ins Land, steckte Kohle in das Projekt und auch die meist asiatisch aussehenden Darsteller und Komparsen lassen den Drehort plausibel erscheinen. Sicher ist jedenfalls die Unterstützung eines Militärs, denn neben Jeeps, einem Hubschrauber konnte man sogar zwei Amphibienfahrzeuge auffahren.
Aber zurück zum Film, der hier die Brüder John und Jim Rambo (die sich hier allerdings Lou und Rick nennen) aufbietet, um böse Kidnapper und Menschenversuchler heimzusuchen. Story ist dabei für die Füße und das der litauische Auftraggeber ein doppeltes Spiel treibt, hätte man kaum deutlicher ausdrücken können, wenn er im ersten Take ein Shirt mit der Aufschrift "Verräter" getragen hätte. Sehr schön aber auch die Zusammenstellung der Darsteller, denn neben US-Boy Frank Zagarino gibt es auch ein Wiedersehen mit Mark Gregory, den man aus Thunder und Riffs kennen kann und sowas wie der italian Trash Hero der 80er war.
Herausgekommen ist aber nur so der typische 80er B-Klopper in der die beiden mimisch wieder schwach aufgelegten Helden in der ersten Hälfte im Grunde gar nichts tun, nur um dann nachdem die Bösen Ricks Schwester entführt haben, sich mit ihrer aus Pappe selbstgebastelten Stalinorgel und massig Munition durch die unfähigen gegnerischen Komparsen zu ballern. Mit anderen Worten, die erste Halbzeit passiert gar nichts und in der Zweiten wird dann nur noch geballert, Dramaturgie Fehlanzeige.
Aber selbst die ausufernde Action ist dann doch leider nur wieder die typische italienische Schulde der 80er. Irgendwo rennen zwei oder Gegner ins Bild, Umschnitt auf Helden der eine Salve abgibt, Umschnitt und Gegner fallen um. Diese doch sehr eintönigen Shootouts gibt es genau so im Dutzend billiger. Einige Explosionen versüßen zwar das Actionherz, aber wenn man genau darauf achtet, werden die meisten auch nur entweder doppelt verwendet oder nur aus einem anderen Winkel gezeigt. Sonderlich hart ist das Ganze auch nicht ausgefallen, es wird zwar viel gestorben, aber mir sind lediglich zwei Stellen im Gedächtnis, wo mal ein kleiner Tropfen Blut fließt.
So sehr ich mich jetzt auch als Freund der 80er Action bezeichne, Ten Zan kann ich trotzdem nicht weiterempfehlen. Wenn ich selbst beim übelsten Rumgeballer ein Gähnen unterdrücken muß, ist der Adrenalin Faktor einfach zu wenig choreographisch bedient worden. Da helfen dann auch Android Romulus und Thunder Warbus Trash Gregory, trotz erstmaliger Fieslingsrolle und Kurzhaarschnitt, nur bedingt weiter. Nur was für Sammler oder Allesseher der Dekade.
4/10

Details
Ähnliche Filme