Review

Dieser freche Funsplatter aus dem Jahre 1987 wurde von Troma aufgekauft und ist für seine ausufernden Goreszenen und die eigenwilligen Scherzen auf Kosten der Südstaatenhinterwäldler bekannt geworden.

Das Militär transportiert ein Fass mit Atommüll ungeschützt auf einem Jeep quer durchs Redneckland. Wegen eines Schlaglochs plumpst das Fass vom Wagen und ergießt sich auf das Getreide einer Farm. Deren einfältige Besitzer, ein Vater mit seinen drei blöden Söhnen, brennen aus dem Getreide ihren Schnaps und verwenden dafür auch noch das Fass als Behälter. Anschließend wird das gesamte Kaff mit dem giftig grünen Fusel beliefert, doch der Alk verwandelt die Rednecks in Zombies. Gerade zu dieser Zeit müssen ein paar Camper in der Nähe ihren Urlaub verbringen. Und was folgt, kann sich jeder denken.

Ich kenne keinen anderen Streifen, in dem die Bohnen mampfenden, Kautabak schmatzenden und selbst gebrannten Fusel trinkenden Hinterwäldler Amerikas so köstlich verkackeiert werden wie in diesem. Dass der dabei verwendete Humor ausgesprochen tumb und brachial ist, versteht sich eigentlich auch von selbst. Doch ich muss zugeben, dass der Wortwitz und die Situationskomik eine ansteckende Fröhlichkeit besitzen, die sich zum Glück auch durch die ausnahmsweise mal gelungene deutsche Synchronisation in die hiesige Ausgabe hinüber retten konnten. In jedem Fall sind die Dialoge makaber und politisch unkorrekt, aber auch stets noch im Rahmen des Vertretbaren, da die Figuren sowieso niemand ernst nehmen kann. Ein kleiner Höhepunkt des lustigen Zombietreibens ist dabei die Parodie auf TCM, wo einer der Schnaps ausliefernden Söhne des Farmers einen Anhalter aufnimmt.

X: „Meine Brüder und ich, wir sind alle Frisöre.“
Y: „Warst du auch in dem Raum, wo die Leute elektrisch rasiert werden?“
X: „Der Rasierer ist nicht gut. Ist nicht gut! So wie sie es früher gemacht haben, mit dem Rasiermesser… das war viel besser. Und auch viel gründlicher.“

Einfach herrlich. Und sogar der verwendete Country Soundtrack mit seinen belustigenden Texten passt tadellos zum ulkigen Geschehen („Without you, without you, I’m a redneck zombie without you“). Hinzu kommen noch diverse Running Gags, wie der ständige saufende Camper, der nie ein Wort spricht, viele skurrile und verschrobene Nebenfiguren, sowie optisch bizarre und farbenfrohe LSD-Trips auf C64 Niveau. Aber auch auf der Horrorseite lässt man sich, wie oben bereits erwähnt, nicht lumpen und präsentiert uns saubrutale Zombies, die ihre Opfer regelrecht zerfetzen, wie wilde Tiere Wasser aus Pfützen schlabbern (eine sehr gut eingefangene Szene) und als echte Bedrohung durchgehen. Auch aus den mäßigen Makeups und hausgemachten FX macht der Film eine Tugend und will jederzeit eher augenzwinkernd betrachtet werden. Außer während der letzten 10 Minuten auf der Farm, da überwiegt dann der blanke Splatterhorror ganz ohne Humor. Überhaupt beweist der Regisseur viel Talent in der Darstellung harter, aber auch stilvoller Momente. Wie ein vorbeiziehender Vogelschwarm während eines Akts der Zerfleischung hinein geschnitten wird, hat fast schon künstlerischen Wert und wirkt wie eine Aussage darüber, dass die Untoten wie Zugvögel nur ihrem Instinkt folgen.
Ich kann mich auch noch nach Jahren und mehrfachem Ansehen über die Scherze beömmeln und verstehe daher nicht, wie einige Betrachter das gute Teil in ihren Kritiken dermaßen in den Dreck ziehen. Für einen No Budget Zombiesplatter ist RZ optimal, nimmt sich erfrischenderweise nie selbst zu ernst und bietet dennoch beinharten Gore. Mehr kann man von so einer Produktion wirklich nicht erwarten. Und viele deutsche Vertreter der Szene erreichen ja nicht einmal das technische Niveau, geschweige denn den Unterhaltungswert, dieses 20 Jahre alten Krachers.Darum gibt es von mir zwei Daumen hoch. Mir bereitet RZ noch immer sehr viel Freude.

8 von 10.

Auch Pericles Lewnes war wie einige andere viel versprechende amerikanische Regietalente nach diesem Aufsehen erregenden Beitrag nicht weiter großartig tätig.

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