Einen Film wie "Redneck Zombies" gibt es wohl kein zweites Mal. Perfekt wird hier Splatterkomödie mit Atmosphäre und spannenden Momenten vermischt. Das hat man in dieser Ausführung so noch nicht gesehen. Bei "Redneck Zombies" handelt es sich zwar um einen Amateurfilm, was man aber auch nur bedingt erkennen kann. Die erste Hälfte des Films werden so gut wie keine Grausamkeiten dargestellt, dafür jagt eine lustige Trash-Szene die nächste. Für die sind hauptsächlich die total bescheuerten Filmcharaktere verantwortlich.
Ein US-Soldat soll ein Fass mit hochgiftigen Stoffen transporieren. Da dieser aber total bescheuert ist, fällt ihm das Fass vom LKW und der Soldat sieht sich kurz darauf einem eigenartigen Waldbewohner gegenüber, dem er dann unfreiwillig das Fass aushändigt, zumal ihn dieser mit einer Waffe bedroht. Die Stoffe, die sich in dem Fass befinden, werden fortan zur Herstellung von Schnaps verwendet, den der obengenannte Waldbewohner samt seiner Brüder und dessen Vater brennt. Was sie nicht wissen ist, dass der Stoff eben hochgiftig ist und jeden in ein menschenfressendes Monster verwandelt, der davon trinkt. Die Waldbewohner haben es bald auf unschuldige Camper abgesehen.
Die Story erinnert irgendwie an die aus "Street Trash". Aber die muss ja nie besonders innovativ sein. Wie gesagt, in der ersten Hälfte findet man hauptsächlich Dialoge, zumeist einfach nur bescheuerte, wobei der Film nie langweilig wird. Die deutsche Synchro ist dabei beachtlich gut ausgefallen, man versteht alles und die Stimmen sind auch einigermaßen normal und nicht so abgedreht wie z.B. in "Schrei Lauter!!!". In der zweiten Hälfte geht es dann langsam mit den Splattereffekten los, die für einen Amateurfilm verdammt realistisch und äußerst gelungen inszeniert worden sind. Von billig kann da keine Rede sein. Es wird zwar nicht übermäßig gemetzelt, zum Schluss hin geht es aber ganz schön zur Sache. So gut wieder jeder Effekt ist gut gelungen, also hat man Spaß, sich das Ganze anzusehen.
So weit ist "Redneck Zombie" ein ganz normaler Trash-Splatterfilm. Wäre da nicht die gute Musik und der hin und wieder sehr rasante Schnitt. Da werden ein paar Gewaltszenen schnell hintereinander geschnitten, nebenbei bekommt man düstere und verstörende Musik zu hören, und schon wird es einem etwas mulmig zumute. Auch der Vorspann hat es in sich. Zum Schluss erinnert alles etwas an "Texas Chainsaw Massacre", als diese eine Frau in das Haus rennt und dort ihr blaues Wunder erinnert. Diese Szenen haben mich am meisten überzeugt, da ist nämlich nichts mehr lustig, sondern es werden explizite Gewaltdarstellungen aneinandergereiht, mit eben oben erwähnter Musik unterlegt. Das ist dann kein Trash mehr, sondern wirklicher Horror. Allgemein sind die letzten 10 Minuten absolut ernst, was diese nicht nur aufgrund des plötzlichen Gewaltausbruchs zu den brutalsten des Films macht. Da ist gegen Ende hin einfach alles ernst und verstörend. So wenig ich das vorher erwartet hätte und so verwundert ich jetzt noch bin. Das ist wirklich so.
Wegen oben genannter Kreativität hat der Regisseur ein kleines Amateur-Splatter-Meisterwerk abgeliefert, das meiner Meinung nach zu den besten Amateurfilmen überhaupt zählt. Als erstes Komödie, dann Trash-Splatter und dann zum Schluss wirklicher Horror. Ich weiß, das kann man sich eigentlich nicht vorstellen, dass die drei genannten Genres miteinander verbunden werden können und das auch noch so verdammt gut. Ich hätte das auch nicht geglaubt. Aber seht selbst, "Redneck Zombies" ist kein weiterer 08/15 Splatterfilm, er hebt sich deutlich von anderen Amateurfilmen ab! Lediglich die ein oder andere Szene ist zu lang geraten. Eine Lauflänge von 75 bis 80 Minuten hätte es wohl auch getan. Der Rest ist aber mehr als überraschend und überzeugend. Jeder Splatterfan sollte den Film gesehen haben! Trotz der zahlreichen schlechten Kritiken. Er ist garantiert nicht so schlecht wie er oft beschrieben wird! 7,5/10 Punkte